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MILOS - Frühling auf Milos

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2018-12-27 2018-12-27 27.12.2018

Erst Serifos, dann Sifnos und in diesem Jahr war Milos unser Ziel. Anfang März kamen wir auf der Insel an. Wie ein Hufeisen umfasst die Insel die tief eingeschnittene Bucht in ihrer Mitte. Die letzte Insel in der Reihe der Westkykladen ist mit 161 km² auch die größte. Die Insel dominiert ein relativ flaches Hügelland mit Ausnahme des Profitis Ilias (750 m). Interessant ist die geologische Struktur der Insel. Wie Santorin ist die Insel vulkanischen Ursprungs. Die vielen Bodenschätze machen Milos vom Tourismus relativ unabhängig, aber auch in einigen Bereichen durch den groß angelegten Tagebau unansehnlich. Die Minen liegen jedoch recht abseits und störten uns nicht, da wir diese Gebiete gemieden haben. So lernten wir Milos nur von ihrer schönen Seite her kennen.

Es ist schon ein phantastisches Erlebnis, wenn die Fähre in den 18 km langen und 10 km breiten Golf von Milos einläuft. Durch Verschiebungen und Brüche ist hier die größte Inversionsbucht Europas entstanden. Man hat den Eindruck eines großen Binnensees. Etwas enttäuschend war dann aber die Ankunft im Hafenort Adamas, da Anfang März noch alle Geschäfte und Tavernen am Hafen geschlossen waren. Ein gespenstisches Bild, wie eine verlassene Westernstadt. Wir waren froh, dass wir dann trotzdem ein hübsches Studio fanden und eine Taverne, die jeden Abend geöffnet hatte. Als strategisch gelegener Hafenort bildet Adamas einen regelrechten Verkehrsknotenpunkt und hält im Sommer die meisten Angebote für Urlaubsgäste bereit. Wer die ganze Insel erkunden will, sollte auch auf Grund der besten Busverbindungen hier seine Basis haben. Zu den Sehenswürdigkeiten von Adamas gehört die Kirche zur Himmelfahrt der Jungfrau Maria (Agios Haralambos). Sie wurde 1870 am höchsten Punkt des Ortes von kretischen Flüchtlingen erbaut. Die dreischiffige Basilika hat eine gewölbte Kuppel, die das Hauptschiff bedeckt und Ikonen, wie die kretisch-byzantinischen Ikonen, die aus den Ruinen der Kirchen der alten Stadt stammen. Unter ihnen befindet sich die wunderschöne silberne Ikone der Panaghia Portiani. Im Kirchenhof kann man Mosaike bestaunen, die aus Kieselsteinen von den Stränden auf Milos hergestellt wurden.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die katholische Kirche Agios Nikolaos, das Museum für Mineralien und das Museum für sakrale Kunst, das in der eintausend Jahre alten Kirche Agia Triada im Zentrum des Ortes untergebracht ist. Sie ist die zweitälteste orthodoxe Kirche von Milos. Das Innere der Kirche verzieren seltene alte Ikonen und geschnitzte doppelköpfige Adler aus Holz.

In der Nähe von Adamas bietet die Bucht Papinikos Gelegenheit zum Baden, was aber im März noch keine Freude war.

Obwohl sich das gesamte gesellschaftliche Leben fast ausschließlich in der Hafenstadt Adamas abspielt, ist Plaka, das nördlich von Adamas liegt, offiziell die Hauptstadt der Insel. Auf einer Art Hochplateau liegen mehrere Orte (Triovasalos, Pera Triovasalos, Plakes, Plaka und Tripiti), die weitgehend zusammengewachsen sind und eine räumliche Einheit bilden. Der Übergang von einem Ort zum anderen ist nicht immer klar erkennbar, und wenn man eine Landkarte hinzuzieht oder sich gar an den Ortsschildern orientieren will, wird die Verwirrung eher noch größer. Die Orte präsentieren sich kykladisch. Besonders der Ort Plaka mit seinen strahlend weißen Häusern und mit Blumen geschmückten Balkonen gehört zu den malerischsten Orten der Kykladen. In einem Labyrinth von Gassen tun sich immer wieder neue Postkartenmotive auf, sobald man um die eine oder andere Ecke biegt.

Der Ort ist mit dem Bus oder zu Fuß gut zu erreichen. Der Bus hält direkt unter der alten Burgruine Kastro, die in etwa 10 Minuten zu Fuß bestiegen werden kann. Der Weg ist mit einem blauen Schild gekennzeichnet und führt zwischen den Felsen vorbei an großen Feigenkakteen auf die Spitze des Hügels. Unterwegs machen wir Halt an der Kirche Panagia Thalassitra, die der Beschützerin der Seeleute gewidmet ist. Man erkennt die 1738 erbaute, weiß gestrichene Kirche an ihrem steinernen Glockenturm, auf dem wie die Spitze eines Zuckerhuts eine weiße Kuppel mit einem Kreuz sitzt. Von der Terrasse vor der Kirche hat man einen herrlichen Blick auf Plaka mit seiner Kirche Panagia Korfiatissa und die umliegenden, teils mit Plaka verschmolzenen Dörfer und ihre Windmühlen sowie weiter hinaus auf die Ägäis. Und wenn die Sonne abends ins Meer taucht, bieten die bunten Boote am Horizont ein herrliches Schauspiel.

Auf der Spitze des Hügels liegt die Festung, die im 13. Jahrhundert von den venezianischen Herrschern der Insel errichtet wurde. Innerhalb des Geländes der Festung befindet sich die Kirche Schiniotissa aus dem 18. Jahrhundert. Der Blick vom Kirchenhof aus übertrifft noch das herrliche Panorama, das sich zuvor von der Terrasse der Panagia Thalassitra geboten hatte. Ganz Milos ist unter uns ausgebreitet. Ein atemberaubender Ausblick!

Zurück im Ort Plaka, der aus Steinen der antiken Burg gebaut wurde, besichtigen wir die im 19. Jahrhundert auf steilen Klippen erbaute Kirche Panagia Korfiatissa, die in der Nähe des Museums liegt. Der Hof ist mit Grabsteinen aus Marmor bestückt, und im Inneren entdeckt man viele alte Relikte der kretisch-byzantinischen Kunst, wie zum Beispiel die vergoldete Ikonostase aus dem Jahr 1600. Auch von hier bietet sich eine reizvolle Aussicht. Im Archäologischen Museum von Plaka kann man die Göttin der Liebe bewundern: eine Replik der Aphrodite von Milos. Plaka selbst besitzt aber außer seinen Kirchen, Museen, kykladischen Häusern und Gassen auch einladende Tavernen und hübsche Cafés, von denen im März jedoch noch viele geschlossen hatten.

Da man den Reichtum der Natur und der Kultur von Milos am besten auf Wanderwegen zu Fuß entdecken kann, wanderten wir von Plaka auf einem schönen Pfad zu der winzigen Fischersiedlung Klima, die sich aber im März noch unbewohnt präsentierte. Entlang eines schmalen sandigen Streifens steht eine Reihe von Häuschen. Während sich im unteren Teil die Bootsgarage befindet, liegen im oberen Bereich kleine Wohnräume mit vorgebauten Holzbalkonen. Mit ihren bunten „Garagentoren“ bieten sie einen einmaligen Anblick.

Auf dem Weg nach Klima kamen wir an der antiken Stadt Melos vorbei. Auf dem Gelände befinden sich beachtliche Reste der antiken Stadtmauer. Der Fundort der Venus, in Griechenland korrekterweise bekannt als Aphrodite von Milos, ist durch eine Marmortafel markiert. Das Original wird in Paris im Louvre ausgestellt, kann aber im Archäologischen Museum von Milos als Kopie besichtigt werden.

Ansonsten vermutet man kaum, dass an dieser Stelle einmal eine blühende Stadt gestanden hat. Am besten erhalten ist das römische Amphitheater, von dem noch 7 marmorne Sitzreihen vorhanden sind. Das „Ancient Theatre“ liegt am Hang unterhalb von Tripiti. Lange Zeit war das Theater aus Gründen des Denkmalschutzes und der Sicherheit für die Öffentlichkeit gesperrt. Nach erfolgter Renovierung ist das Theater wieder geöffnet und dient in den Sommermonaten als Kulisse für kulturelle Darbietungen.

In der Nähe befinden sich auch die frühchristlichen Katakomben von Milos mit 2000 Gräbern aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. Enttäuschend war, dass das man den zugänglichen Teil der Katakomben in wenigen Minuten durchschreiten konnte.

An einem anderen Tag wanderten wir nach Pollonia, einem urigen Fischerort an der Nordostküste von Milos, an der Meerenge zur Nachbarinsel Kimolos. Früher lebten die Einwohner fast ausschließlich vom Fischfang. Heute ist die Vermietung von Appartements eine der Haupteinnahmequellen des Ortes. Das verschlafene Fischerdörfchen mit der kleinen Hafenpromenade wirkt wie aus vergangener Zeit. Einige Tavernen und Fischrestaurants hatten sogar schon im März geöffnet, wohl wegen der Linienboote, die jeden Tag nach Kimolos fahren, aber auch weil offensichtlich viele Einheimische von weiter weg nach Pollonia zum Essen kommen.

Auch wenn im März noch kein Baden anstand, hat uns die runde Sandbucht mit dem feinen Sand und den schattigen Tamarisken gefallen. Wem es also in Adamas im Sommer zu laut und lebhaft ist, der findet hier in Pollonia mit Sicherheit eine hervorragende Alternative für einen ruhigen, beschaulichen Aufenthalt.

Insgesamt ist Milos kaum besiedelt. Knapp 5000 Einwohner sind auf der Insel gemeldet. In unserem Urlaub beschränkten wir uns bei unseren Wanderungen weitgehend auf den Nordosten der Insel, also auf die Gegend zwischen Adamas, Plaka und Pollonia. Der Westteil (Chalakas genannt) ist nahezu unbewohnt, schlecht zugänglich und besitzt demzufolge auch eine sehr rudimentäre Infrastruktur. Im Osten befinden sich vor allem die Abbaugebiete von Mineralien. Im Süden findet man einige feinsandige Strände. Diese Strände (Palaiochori, Papafragas, Gerontas, Firiplaka, Tsigrado, Plathiena) sollen mit ihren gelben, orangen, roten und blendend weißen Felsformationen vor dem Hintergrund des türkisfarbenen Wassers die schönsten der Kykladen sein. Da wir im März die Insel besuchten, war unser Ziel die zu dieser Jahreszeit üppig blühende Pflanzenwelt. Eine solche Pflanzenvielfalt bekommt man in unseren nördlichen Breiten nicht geboten. Und im Sommer stellt sich das baumlose Milos wie viele andere Kykladeninseln braun und verbrannt dar. Jetzt aber konnten wir uns auf allen Wanderungen über den goldgelb leuchtenden Nickenden Sauerklee, die Große Wachsblume mit ihren gelb-violetten Blütenröhren, über ganze Wiesen aus verschiedenfarbigen Kronen-Anemonen, über den Natternkopf, die Italienische und die Wellblättrige Ochsenzunge, über blühende Zistrosen, Ginster, Schopflavendel, Strauchigen Schneckenklee, Brandkraut, verschiedene Orchideen und viele weitere Blumen freuen und inmitten der Natur vor den herrlichen Ausblicken auf das tiefe Blau der Ägäis die Seele baumeln lassen.

30 Bilder für das Keyword Milos Wandern HS gefunden.

Wanderwege Milos Horst Schäfer
Wachsblume - Milos Wandern Horst Schäfer
Theater der antiken Stadt Melos - Milos Wandern Horst Schäfer
Schopflavendel - Milos Wandern Horst Schäfer
Pollonia - Milos Wandern Horst Schäfer
Pollonia - Milos Wandern Horst Schäfer
Pollonia - Milos Wandern Horst Schäfer
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Plaka - Milos Wandern Horst Schäfer
Natternkopfwiese - Milos Wandern Horst Schäfer
Kronen-Anemone - Milos Wandern Horst Schäfer
Firopotamos - Milos Wandern Horst Schäfer
Firopotamos - Milos Wandern Horst Schäfer
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Kirche Panagia Thalassitra - Milos Wandern Horst Schäfer
Kapelle bei Tripiti - Milos Wandern Horst Schäfer
Italienische Ochsenzunge - Milos Wandern Horst Schäfer
Hirte mit Herde - Milos Wandern Horst Schäfer
Adamas Hafen Milos. Adamas is the main port of Milos. Το λιμάνι του Αδάμαντα στην Μήλο. Horst Schäfer
Fischer in Adamas Horst Schäfer
Blick auf Plaka und Klima Horst Schäfer
Blick auf Plaka und den Golf Horst Schäfer
Plaka - Milos Wandern Horst Schäfer
Anemonen - Milos Wandern Horst Schäfer
Adamas Hafen Milos. Adamas is the main port of Milos. Το λιμάνι του Αδάμαντα στην Μήλο. Horst Schäfer
Adamas Hafen Milos. Adamas is the main port of Milos. Το λιμάνι του Αδάμαντα στην Μήλο. Horst Schäfer
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Adamas Hafen Milos. Adamas is the main port of Milos. Το λιμάνι του Αδάμαντα στην Μήλο. Horst Schäfer