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ORCHOMENOS - „Das Schatzhaus des Minyas“

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2017-07-05 2017-07-05 05.07.2017 369 × gelesen

Orchomenos im Regionalbezirk Böotien, ca. 130 km nördlich von Athen, gehört zu den Städten, die seit prähistorischer Zeit besiedelt waren und deren lange Geschichte bis an die Grenze der mythischen Tradition reicht. Die Stadt und ihr Heer wurden in beiden Werken Homers, in der Ilias und der Odyssee, erwähnt. Aufgrund ihres Reichtums wurde Orchomenos oft mit Theben in Ägypten gleichgestellt.

Pausanias stellt in seinen Schriften eine lange Reihe lokaler Mythen und Traditionen dar, als er die Umgebung und die Geschichte der Region beschreibt. Unter anderen bezieht er sich auf die Abstammung der Minyer aus Thessalien, die nach ihrem König Minyas ernannt wurden. Vermutlich war er auch derjenige, der das sehr gut erhaltene Kuppelgrab, ähnlich dem von Mykene, errichten ließ. Heinrich Schliemann hatte es während Ausgrabungen 1880-1886 ans Licht gebracht; seitdem gilt das Grab in der archäologischen Literatur als das „Schatzhaus des Minyas“.

Die freigelegten Ruinen bekräftigen die allgemeine Behauptung über reiche religiöse Rituale. Die Verehrung der drei Chariten (Grazien) und Dionysos war sehr verbreitet. Einzigartig ist noch das Projekt der Entwässerung des nahe gelegenen Kopais-Sees, das – wenn man auch den damaligen technologischen Stand berücksichtigt, als ein Wunder bezeichnet werden kann.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurden eine Reihe von Ausgrabungen in der archäologischen Stätte von Orchomenos durchgeführt. Dazu zählen das bayerische archäologische Team unter H. Bulle und A. Furtwängler (1903-1905), die Arbeiten des Griechischen Archäologischen Dienstes zwischen 1970-1973 unter Th. Spyropoulos und, nicht zuletzt, das Deutsche Archäologische Institut (bis 2002). Unter den wichtigsten Denkmälern sind das antike Theater, der mykenische Palast, der hellenistische Tempel von Asklepios und die makedonische Akropolis. Viele der Funde werden heute im Archäologischen Nationalmuseum von Athen sowie in den lokalen Archäologischen Museen von Chaironia und Theben aufbewahrt.

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