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LAPPA – Das heutige Argyroupoli

  642 Wörter 2 Minuten
2016-08-18 2017-01-17 18.08.2016 2.179 × gelesen

Dieses Dorf liegt ca. 8 km von der Nordküste Kretas auf einem Geländerücken zwischen den Flüssen Mouselas und Petres. Man erreicht es über die alte Haupt- oder Landstrasse von Chania nach Rethimno. Von Episkopi 5 km südwärts sind wir in Lappa.
Kreta hat eine wechselhafte Geschichte. Wie die meisten dorischen Gründungen des 8. und 7. vorchristlichen Jahrhunderts wurde Lappa aus Gründen der Sicherheit weit weg vom Meer auf einem Hügel angelegt. Die Flüsse Mouselas und Petres haben tiefe Täler neben dem Stadt-hügel gebildet, was der Stadt eine kleine Sicherheit bot. Die Stadtstaaten Lappa und Aptera hatten beide dorische Wurzeln, führten aber oft Kriege wegen der Rangordnung und den Gebietsansprüchen. Heute hat man im Dorf und der Gegend Teile aus geometrischer- und römischer Zeit gefunden, was beweist, dass Lappa und die Gegend in dieser Epoche in hoher Blüte standen. Aus literarischen Quellen wissen wir, dass Lappa 68. v. Chr. von Metello zerstört wurde, aber 31 v. Chr. neu und prachtvoll aufgebaut wurde.
Wenn Besucher sich Zeit nehmen, werden sie über den ganzen Bergrücken (dem heutigen Dorf) römische-, byzantinische- und venezianische Spuren entdecken.
Für einen Rundgang durch das Dorf fangen wir am besten auf dem Dorfplatz, bei der Kirche Ag. Johannes an. Gleich neben der Kirche sehen wir Fundamente aus sechs ver-schiedenen Epochen. Vom Dorfplatz ostwärts, am Kräuterladen vorbei sehen wir oberhalb des Weges Teil einer venezianischen Villa aus dem 13. Jh. und einen Türeingang mit Steininschrift von 400 v. Chr. Etwas weiter auf der rechten Seite steht die Agios Nikolaos Kirche. Weiter finden wir ein Wasserreservoir aus dem 3. Jh. v. Chr. mit 7 Rundbögen im Inneren. Ende der Strasse steht die Kirche Agia Paraskevi. Beim Eingang zum Friedhof stehen wir auf einer Steinabdeckung (vor der Türe) - es ist ein Kindersarkophag.
Nun wenden wir uns nach links und finden ein römisches Tor mit der Inschrift: OMNIA MUNDI FUMUS ET UMBRA (Alles Irdische ist Rauch und Finsternis).
Die nächste Kirche, Agia Panagia, aus dem 13. Jh. hat noch Reste von Fresken. Ein paar Schritte weiter sehen wir ein römisches Bodenmosaik aus dem 3. Jh. Zurück auf dem Dorfplatz gehen wir nun auf der Strasse in Richtung Episkopi. Nach 300 Metern, bei der ersten Kurve, führt rechts ein Fussweg hangabwärts zu der Kapelle Pente Parthenes, die fünf heiligen Jungfrauen Thekla, Marianna, Ainatha, Martha und Maria, die unter Kaiser Decius den Märtyrertod fanden. Sie wollten nicht am römischen Staatskult teilnehmen. Ein Mönch aus Lappa entdeckte auf dem Berg Athos eine Handschrift, in der die fünf Jungfrauen namentlich erwähnt wurden. In dieser Kapelle wurde ein Familiengrab mit 5 Sarko-phagen gefunden, aus dem 4. bis 7. Jh. Nach einer Legende sollen die fünf Märtyrerinnen am 18. Juli 250 n. Chr. hier begraben worden sein.
Neben der Kapelle und am ganzen Hang längs des Weges finden wir antike Felsgräber, bis der Weg im Tal des Petres-Flusses bei einer der ältesten und grössten Platane Kretas endet. Im Schatten der alten Platane ist ein Brunnen mit „heiligem“ Wasser. Schon der Besuch dieses Platzes, eine Wanderung von 20 Minuten, ist ein Erlebnis.
Bei einer meiner Reisen traf ich eine Gruppe Franzosen und Griechen, die sich jedes Jahr einmal zu einem Picknick in diesem verwunschenen Tal bei der grossen Platane treffen.
Aber wir finden noch mehr in diesem alten Lappa. Vom Dorfplatz mit dem Auto zurück in Richtung Episkopi, am nördlichen Dorfende links in Richtung Asigonie bis zur Brücke fahren. Im Tal vor der Brücke über den Mousellas-Fluss finden wir die Höhlenkapelle des Ag. Nikolaos (oder Agia Dynami) mit einer grossen Quelle, die das ganze Jahr Wasser führt. Im Schatten der grossen Bäume warten Tavernen auf Touristen.
Ein paar Schritte weiter zur Brücke sehen wir eine alte Mühle. Vorbei an der Mühle zum Fluss steht die Kirche Ag. Panagia, aus venezia-nischer Zeit, die auf einem Tempel des Neptun erbaut wurde. Ionische Säulen und ein römisches Kapitell finden wir bei der Kirche.


www.hellasfreunde.ch

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