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E4 Psiloritis - Wandern im Herzen Kretas

  585 Wörter 2 Minuten
2017-01-15 2017-01-15 15.01.2017 500 × gelesen

Das Psiloritis-Massiv im Herzen Kretas, auch bekannt unter dem Namen Idagebirge, erstreckt sich zwischen den Präfekturen Rethymno und Heraklion. Der Psiloritis Nationalpark erlangte internationale Anerkennung, als er 2001 wegen seiner einzigartigen Naturlandschaft in das Netzwerk der europäischen und internationalen Geoparks aufgenommen wurde, das unter der Schirmherrschaft der UNESCO steht. Die Region zieht jeden Sommer zahlreiche Touristen vom In- und Ausland an und zählt zu den beliebtesten Reisezielen Griechenlands. Dennoch gelang es der Region, ihr Lokalkolorit und ihre traditionelle Lebensweise zu erhalten.

Von der Spitze „Timios Stavros“ (2.456 m) des Psiloritis aus haben Wanderer die Möglichkeit, eine eindrucksvolle Aussicht auf die gesamte Insel zu genießen. Nun steigt man in Richtung Nida-Hochebene ab, bis man das „Idaion Andro“, die „Ida Höhle“, erreicht. Geologen zählen sie zu den wichtigsten Höhlen Griechenlands, die eng mit der griechischen Mythologie verbunden ist. Die antiken Kreter hielten die Höhle für den Geburtsort des Göttervaters Zeus, und die dort entdeckten zahlreichen archäologischen Funde beweisen die Existenz eines Anbetungsorts zu Ehren des Zeus.

Folgt man der Route nach diesem Punkt, wird einem die Besichtigung der malerischen Dörfer der Mylopotamos-Provinz geboten. Während des Wanderns hat man die Gelegenheit, die antiken Stätten Eleftherna und Armenoi zu besichtigen sowie die spätmittelalterliche Festung von Monopari in Ano Valsamonero. Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten ist das Kloster Arkadi, benannt nach dem byzantinischen Kaiser Arkadios. Während der kretischen Revolution (1866-1869) wurde es für die Kreter zum ewigen Freiheitssymbol.

Anogia, der Stolz der Provinz und beliebtes Ausflugsziel auf dieser Route, nimmt einen besonderen Platz im Herzen der Kreter ein und ist als altehrwürdiges Dorf ein typisches Beispiel für die Gastfreundschaft der Kreter. Die Entdeckungsreise des Psiloritis-Massivs beinhaltet noch einen weiteren Höhepunkt: am 30. Mai findet „Psiloritis Race“ statt, eine internationale athletische Veranstaltung.

Der zweite Teil des E4 Wanderpfades erstreckt sich über die Region des Psiloritis-Massivs in der Präfektur Heraklion. Im Allgemeinen ist die Wanderung dorthin relativ angenehm, das Besondere daran, besteht in der außergewöhnlichen Schönheit der Landschaft und dem historischen Wert der Region.

Die Route beginnt in der kleinen Ortschaft Saros, eine Gemeinde auf einer Höhe von ca. 500 m an den Psiloritis-Abhängen, die ihren Namen den vielen örtlichen Gewässern verdankt. Die Wanderer folgen dem Pfad durch das Kloster des Heiligen Johannes und der Gemeinde Gyristi, bis sie das Schutzdach des hellenischen Wandervereins (Heraklion Abteilung) erreichen. Der nächste Halt ist das Bergdorf Ano Assites, hier wimmelt es von zahlreichen Cafés. Von dort aus kann man mit einem Bus in die Hauptstadt Heraklion zurückkehren. Die lokalen Feld- und Wanderwege führen in die malerischen Bergdörfer Kerassia, Venerato, Kiparissi und Prophitis Ilias. Reiseziel ist die Kleinstadt Ano Archanes, wo der Sitz des lokalen archäologischen Museum ist. Dem Besucher steht ein großes Angebot an Gasthäusern zur Verfügung.

Das Begehen dieses Pfades könnte als eine kurze Reise in die lokale Geschichte der Region angesehen werden. Die überall stehenden Ruinen belegen die Anwesenheit der ersten, in der Minoischen Ära gegründeten, Siedlungen und die Fresken der Klöster (z.B. Moni Vrontisiou) können als beispielhafte Exemplare der kretischen Schule in der spätbyzantinischen Hagiographie bezeichnet werden. Nicht zuletzt zählen die Vorizia-Schlucht und das Venerato-Tal zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Region.

Der griechische Teil des europäischen Wanderpfads E4, der unter der Aufsicht der Europäischen Wandervereinigung (E.W.V.) und des Griechischen Verbands für Bergwandern und Bergsteigen steht, geht von Norden nach Süden, und zwar von Makedonien (nördlicher Teil) und Zentralgriechenland (zentraler Teil) bis zur Peloponnes und Kreta (südlicher Teil). Dadurch kann der Wanderer und Bergsteiger die Vielfältigkeit und Schönheit ganz Griechenlands kennenlernen. Die beste Zeit, den Pfad zu begehen, ist von Mai bis Oktober.

(Hel.P.)