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PAIANIA - Museum Vorres Peania

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2020-07-28 2020-07-28 28.07.2020

Die Sammlung zeitgenössischer Kunst und Volkskunde des Sammlers und ehemaligen Bürgermeisters von Peania Ionas Vorres ist in einer Gruppe alter und neuer Gebäude mit Gärten und Höfen an den östlichen Ausläufern des Hymettos untergebracht, die insgesamt eine Fläche von 18.000 qm einnehmen. Die Kunstsammlung umfasst mehr als 1.500 Werke vor allem der Nachkriegskunst und rund 500 zeitgenössischen griechischen Malern und Bildhauern.
Die Volkskundesammlung ist in einem vereinheitlichten Bereich untergebracht, der aus drei alten, renovierten Bauernhäusern und einem alten, in einen Turm verwandelten Stall besteht. Die Vereinigung und Erneuerung der Altbauten und die Errichtung des Neubaus für die Kunstsammlung haben insgesamt 35 Jahre in Anspruch genommen und werden dem unermüdlichen Einsatz des Gründers und der örtlichen Handwerker verdankt. Das Ergebnis rechtfertigt das Urteil, dass es sich um eines der schönsten Privatmuseen der Welt handelt.
Die ältesten Ausstellungsstücke bilden die Beigaben aus Kindergräbern der Umgebung, darunter eine Rassel in Form eines Hahns, das Grabrelief eines jugendlichen Athleten, eine marmorne Grablutrophore, alle aus dem 5. Jh. v. Chr., und einige kleine griechisch-römische Gefäße.
Die Sammlung der nachbyzantinischen Ikonen besteht aus Stücken des 18. und 19. Jhs., die slawische und bulgarische Einflüsse zeigen und aus den Grenzgebieten stammen, sowie weitere Ikonen mit den Charakteristika der Werke von den Ionischen Inseln.
Beim Rundgang durch die alten Gebäude sieht man außerdem Beispiele der griechischen Volkskunst, darunter eine geschnitzte und vergoldete Bematüre des 18. Jhs. aus Makedonien, eine volkstümliche Ikone vom Beginn desselben Jhs., mit dem Jüngsten Gericht, eine Sammlung von Tellern von Syros aus dem 18. Jh., aus Stücken von Türflügeln hergestellte Möbel, eine Sammlung historischer und volkstümlicher Bilder sowie eine Sammlung traditioneller Möbel, einen mittelalterlichen Beichtstuhl und einige Türstürze von Tinos aus dem 18. Jh., die in die Wände des eindrucksvollen Mittelraums des Turms eingelassen sind.
Dieser Bereich mit den alten Gebäuden und den Parks mit ihren 3.500 Bäumen und Zierpflanzen ist mit einer in der traditionellen Technik errichteten Trockenmauer (Natursteine ohne Mörtel) umgeben.
Die Parks sind nicht ungenutzt geblieben. Man findet dort ein kleines Café, Schmuckstatuen neoklassizistischer Häuser, marmorne Brunnenreliefs – darunter eines aus byzantinischer Zeit und daneben ein marmorner Löwenkopf aus dem 5. Jh. v. Chr., einen 300 Jahre alten Wasserspeier, große Mühlsteine aus Marmor an einem kleinen Teich mit Seerosen und drei Speier einer Weinkelter, die viele Besucher für Produkte der modernen Kunst halten.
Die Kunstsammlung ist in einem Gebäude untergebracht, das von einem großen gepflasterten Vorplatz umgeben ist, auf dem großformatige Skulpturen ausgestellt sind. Das nach Plänen des Architekten Michalis Photiadis nach modernsten museumstechnischen Kriterien errichtete Gebäude ist ausgezeichnet in die Landschaft integriert, was den Besuch dieser Sammlung moderner griechischer Kunst, die eine der größten Griechenlands darstellt, zu einem besonders angenehmen Erlebnis werden lässt.
In den natürlich beleuchteten Räumen sieht man Werke der bedeutendsten griechischen Künstler der Nachkriegszeit sowie zahlreicher Maler und Bildhauer der Gegenwart.
Zu den bekanntesten Werken zählen der Epitaphios vor gelbem Hintergrund, die Säulen und Aphrodite von Dimitris Mytaras, die Familie von Diamantis Diamantopoulos, der Eros von Giannis Moralis, Santorin von Nikos Chatzikyriakos-Gikas, der Tisch von Panagiotis Tetsis, Angela Davies und Protest von Tassos Alevizos, die Verurteilten von Panagiotis Gravvalos, Ekstase von Pavlos Samiou, die Botschaften von Alexis Akrithakis, ein Werk mit der Gestalt Alexanders d. Gr. auf Keramikplatten von Panos Valsamakis und das Mahl in Eretria von Spyros Vassiliou.
Zu den jüngeren Malern und Malerinnen zählen Manolis Charos, Chronis Botsoglou, Giorgos Stathopoulos, Giannis Kottis, Alekos Phasianos, Sophia Kalogeropoulou, Manolis Polymeris, Pavlos Giovanopoulos, Nikos Kessanlis, Giannis Spyropoulos, Opy Zouni u. v. a.
Bedeutend ist auch die Skulpturensammlung, von der innerhalb der Räume Werke von Giorgos Zongolopoulos, Giannis Gaitis, Giannis Kounelis, Chryssa, Christos Kapralos, Thodoros, Kostas Tsoklis, Evangelos Moustakas ausgestellt sind; im Freien sieht man Arbeiten, wie den Hahn von Theodoros Papagiannis, das sitzende Mädchen von Titsa Chryssochoidi, das Liebeslied von Gerassimos Sklavos, die Signale von Takis, das Paar von Marios Loverdos, den Adler von Giorgos Giannakas, die Amphora von Bella Raphtopoulou und die Sonnenuhr von Paris Prekas am Eingang des Museums.
Bis zur Errichtung des Museums für Zeitgenössische Kunst in Athen ist die Sammlung Vorres, die inzwischen dem griechischen Staat geschenkt worden ist, eine der wenigen Einrichtungen, in denen man sich ein Bild von der zeitgenössischen griechischen Kunst machen kann.
Im Museum werden pädagogische Programme und Führungen für Besuchergruppen angeboten.
Den Sonntagsausflug nach Peania zum Museum Vorres kann man durch einen Besuch der Kirche der Agia Parakevi am Hauptplatz, in der man die Fresken von Photis Kontoglou bewundern kann, und einen Besuch der eindrucksvollen Koutouki-Höhle abrunden, die nur 4 km von Peania entfernt liegt.

Vorres Museum, 1 Parodos Diadochou Konstantinou,
19002 Paiania

Copyright: Museen Griechenlands
Erevnites Edition
GR.OK.F.B.
M. Str.

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