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MILOS - Vom Meer aus

  1.386 Wörter 5 Minuten 17 × gelesen
2020-03-10 2020-03-10 10.03.2020

Es gibt viele Möglichkeiten, Milos zu erleben. Zu Fuß, mit dem Auto, dem Bus oder auch mit dem Fahrrad. Verliebt hab ich mich in die Insel aber erst, als ich sie vom Wasser aus gesehen habe.

Für die Bequemeren und Wasserscheuen gibt es zahlreiche Anbieter von Bootstouren unterschiedlicher Dauer. Aus eigener Erfahrung kann ich die Inseltour mit dem Segelschiff „Eleni“ empfehlen, die im Uhrzeigersinn um Milos fährt und dabei auch noch einen Abstecher zur größten, unbewohnten Ägäisinsel Polyegos macht. Die Tour dauert den ganzen Tag, und am Abend ist man wohlig erschöpft: von den zahlreichen Eindrücken der Farben des Meeres und der Felsenküste, vom Schwimmen im kristallklaren Wasser von Kleftiko und Polyegos und von der Sonne, vor der man sich mit ausreichendem Lichtschutzfaktor schützen sollte.

Seit über 15 Jahren bietet Rod Feldtmann auf Milos solche Kajaktouren an und verabschiedet jeden Abend glückliche Gäste. Der gebürtige Australier kam als Geologe vor zwanzig Jahren nach Milos, verliebte sich erst in die Insel und dann in seine spätere Frau Petrinela. Auf der Suche nach einem Einkommen – das Betreiben des Kafenio von Petrinelas Familie in Triovasalos schien ihm nicht die richtige Option – entdeckte er das Seekajaken und gründete Sea Kayak Milos. Eine Entscheidung, zu der man ihn nur beglückwünschen kann.
Von Ende April bis Oktober ist er fast jeden Tag auf dem Meer unterwegs und führt Gruppen an die schönsten Stellen von Milos’ Küste. Die Form der Insel ermöglicht es ihm dabei, bei fast jedem Wind einen interessanten Küstenabschnitt anzubieten. Auch im Sommer, wenn wochenlang der Meltemi von Norden bläst.

Für den Mai letzten Jahres hatte ich mich zum ersten Mal für eine Tagestour angemeldet. Das sollte man rechtzeitig tun, denn bei maximal 16 Gästen am Tag ist Sea Kayak Milos an manchen Tagen früh ausgebucht.
Als blutige Paddelanfängerin wollte ich natürlich wissen, ob Vorkenntnisse benötigt würden. Rods beruhigende Antwort war, dass keine Paddelerfahrung vorausgesetzt würde und seine Kajaks nicht so schnell kentern würden. Für Anfänger und Ungeübte empfiehlt sich dabei der stabile Doppelsitzer während Fortgeschrittene im Einsitzer in den Pausen sogar die Kenterrolle üben können.

Diese erste Paddeltour führte mich entlang der Südküste von Psathi nach Kleftiko, die längste Strecke im Programm, und so saß ich vorne im Doppel mit Rod. Spritzdecke, Schwimmweste, Sonnencreme, Hut, Sonnenbrille, Wasser – alles wichtige dabei. Elf Kajaks machten sich bei sonnigem Wetter auf den Weg westwärts, die anderen offenbar alle erfahrene Kajaker aus halb Europa, während ich von hinten Anweisungen bekam und zunächst mit dem Paddel kämpfte.
Die Strecke entlang der Südküste ist eine der schönsten, und schon auf dem ersten Teilstück fuhren wir durch einen Felsentunnel, weitere sollten später folgen. Nach einer Stunde gab es eine Pause an Land in Gerontas, einem von steilen, gelb-rot-weißen Felsen eingefassten Sandstrand. Zeit zum Baden oder Schnorcheln im klaren Wasser und für einen kleinen Imbiss aus Bananen und Keksen. Dann weiter nach Westen, unter einem filigranen Steinbogen durch, und vorbei an den verlassen wirkenden Verladekränen der Steinbrüche.

Der Höhepunkt war dann Kleftiko, diese zerklüftete und steile Felsenlandschaft, die man nur vom Meer aus richtig sehen und erleben kann. Weshalb man sie auch mit zahlreichen Ausflugsbooten teilen muss.
Nachdem die Kajakgruppe dort durch zwei Tunnels gepaddelt war, zogen wir die Boote auf einem flachen Felsenvorsprung an Land für die lange Mittagspause. Wer wollte, konnte aber noch weiter die versteckten Ecken ergründen, schwimmend oder im Kajak.
Rod hatte irgendwo eine Holzplatte versteckt, auf der er später das Mittagessen aufbaute: Tomaten, Gurken, Feta, Schinken, Käse, Oliven und ein wunderbares grobes Brot, so dass sich jeder sein Sandwich nach eigenem Gusto zusammenstellen konnte. Und das schmeckte! Paddeln macht hungrig. Als Dessert danach noch frisches Obst. So gestärkt konnte es am Nachmittag auf den Rückweg gehen, der in zwei Stunden bewältigt wurde.
Ich hatte da leider längst ein Problem mit der Sonne. Trotz langer Ärmel war Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 zu wenig für mich, und die Haut auf meinen Handrücken, Unterarmen und im Gesicht leuchtete rot. Die Sonneneinstrahlung auf dem Wasser ist intensiv, obwohl es sich am Nachmittag etwas bewölkt hatte und ein frischer Wind aufgezogen war.
Dennoch: Als wir gegen 17 Uhr zurück in Psathi waren, wusste ich, dass ich hier wieder ins Kajak steigen wollte.

Es wurde später Oktober, bis ich wieder auf Milos war. Dieses Mal wohnte ich direkt in Triovasalos bei Rods Frau Petrinela und hatte während fünf Tagen Aufenthalt drei Paddeltage gebucht. Auch die Mitpaddler, vier ältere britische Paare mit teilweise sehr viel Paddelerfahrung, wohnten hier. Das ist nett, wenn man am Abend nicht alleine in einer Taverne sitzen will.
Das Wetter war aber schon sehr herbstlich, der Wind stärker, die Wellen höher und die Sonne nicht mehr das Problem. So griff ich weiter auf das bewährte Doppel mit Rod zurück, auch wenn der Ehrgeiz für eine Tour im Einer stieg.
Die erste Paddeltour führte innerhalb der Bucht von Milos von Adamas via Klima zu den Arkoudes-Felsen, wo die Ambitionierten in den Wellen reiten konnten. Auch Rod steuerte unser Kajak in die Gischt zwischen den Felsen und ließ uns auf den Wogen tanzen. Danach war ich trotz Spritzdecke und Anorak nass bis auf die Haut und bei der Mittagsrast in Fourkovouni froh über meine trockene Windjacke.

Auf dem Rückweg hielten wir noch in Nychia an der Obsidianmine. Als Geologe und Kenner von Milos kann Rod überall etwas erklären und auf Besonderheiten hinweisen. Natürlich auf Englisch, und es ist von Vorteil, wenn man entsprechende Sprachkenntnisse hat. Bei den Griechen selbst ist der Kajaksport eher unbekannt, die Paddler kommen vor allem aus Nordeuropa: aus Skandinavien und Großbritannien.

Auch in den nächsten Tagen konnte Rod mit Überraschungen aufwarten: mal einer Höhlensauna an der Südküste bei Paleochori, mal mit heißen Quellen oder dem kleinen, von steilen Felsen halbrund eingefassten Strand auf dem Felseninselchen Agios Efstathios. Aber am schönsten war es, einfach entlang der atemberaubenden Küste zu gleiten, die unglaublichen Farben der Felsen und des Meeres zu genießen, die Eleonorenfalken zu beobachten oder mit Glück einen Eisvogel.
Auch nach den drei Herbsttagen war klar: Ich komme wieder, und dann werde ich im Einer paddeln.

Mitte Mai ist es dann so weit, und ich wohne wieder in Triovasalos bei Petrinela. Inzwischen habe ich einen halbtägigen Paddelkurs auf Santorini hinter mich gebracht, der mich für den Einer präparieren sollte, aber vor allem ein Kentertrauma verursacht hatte, das mir am ersten Paddeltag auf Milos das Leben schwer macht.
Eigentlich ist die Tour von Achivadolimni nach Embourios im Binnenmeer von Milos eine einfache und kurze, aber ich tue mich schwer alleine im wackeligen Kajak, und als wir auf der Rückfahrt Rückenwind haben und mein Kajak heftig auf den Wellen tanzt, ist meine einzige Sorge, nicht zu kentern. Die Mitpaddler, vor allem erfahrene Skandinavierinnen, ziehen mit Rod auf und davon. Zum Glück bleibt Rods Assistent Paul bei mir. Während ich in wildem Gepaddel meine Kräfte vergeude, sitzt er ganz relaxt im Kajak neben mir und versucht, mich durch Geplauder zu entspannen. Ich bin froh, als ich wieder in Achivadolimi ankomme ohne gekippt zu sein. Will ich mir das morgen wirklich wieder antun?

Zum Glück tue ich es. Moralisch unterstützt von Rod - etwas mehr Selbstvertrauen, dann klappe das schon - und herrlichstem Sonnenschein, erlebe ich die schönste Tour: von Mandrakia vorbei an Sarakiniko bis zum Strand von Alogomandra und dann hinaus zu den Glaronissia.
Zwischen Mandrakia und Sarakiniko geht es in zahlreiche Höhlen, das Wasser ist so klar und scheint so südseegrün, dass ich alle Ängste vergessen kann. Sogar in das Felsenloch direkt an der Mondlandschaft von Sarakiniko geht es hinein, und die Besucher an Land gucken neidisch, als wir in die schmale Strandbucht hineinpaddeln. Ja, das ist genau das, was ich wollte: nicht der Neid, aber hier aufs Wasser, diese Küste so nah genießen.
Nach der Mittagsrast am schattigen, da von einem großen Felsen überwölbten Sandstrand von Alogomandra, geht es dann eineinhalb Kilometer übers offene Meer zu den Glaronissia. Zeit für Rod, mir nochmals geduldig zu erklären, wie man ergonomisch und ökonomisch paddelt. Und auf der langen Strecke übers glatte Meer kann ich das dann auch sofort umsetzen.
Die bleistiftförmigen Basaltstrukturen der Glaronissia aus nächster Nähe zu sehen und unter dem mächtigen Felsenbogen an Ende durchzufahren, das ist so beglückend, dass ich die drei Kilometer übers offene Meer zurück nach Mandrakia in einem Zustand der Trance erlebe und gar nicht mehr aufhören möchte zu paddeln. Was für ein wunderschöner Tag!

Paddeln auf Milos kann süchtig machen. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Rod und seine Stammgäste.

14 Bilder für das Keyword Kajak Milos KR gefunden.

Kajak - Unterwegs auf der Insel Milos mit dem Kajak zu den Höhlen, Grotten und kleinen Steininseln. Kajak - On the way on the island of Milos with a kayak to its caves, grottos and small stone islands. Καγιάκ - Στο νησί της Μήλου με καγιάκ εξερευνόντας της σπηλιές και τα μικρά πέτρινα νησιά της. Katharina Roller
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