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KALAMBAKA - Ausgangsort zu den Meteoraklöstern und historische Bedeutung

  1.184 Wörter 4 Minuten
2018-08-12 2018-08-12 12.08.2018 69 × gelesen

Im nordwestlichen Teil der großen thessalischen Ebene liegt Kalambaka, heute ein aufstrebendes Verwaltungsstädtchen mit gut 8330 Einwohnern und „mit rund 1650 km² seit 2011 die an Fläche zweitgrößte griechische Gemeinde“, außerdem „der Endpunkt der von Volos über Paleofarsalos kommenden Eisenbahnstrecke Volos-Kalambaka“ und dadurch an die Bahnstrecke nach Athen und Thessaloniki angebunden. Eine verkehrsgünstige Lage in einem Winkel der Ebene, wo auch „die Straßen über den großen Metsowo-Pass (Zygos) nach Ioannina und ins Haliakmon-Tal nach Grewena und Serwia gabeln“ (Kirsten/Kraiker).

Gleich hinter Kalambaka beginnen die Meteora-Felsen, die zum südlichen Ausläufer „des Antichasia-Gebirges (gehören), das sich von Kalambaka aus nach Norden, Nordosten und Osten erstreckt“. Kalambaka ist nicht nur ein günstiger Ausgangspunkt zur Erkundung der Meteora-Klöster, sondern spielt in der historischen Entwicklung dieser Klöster im Kontext des alten Bischofssitzes Stagoi eine herausragende Rolle. Die Forschung geht davon aus, dass hier einst das antike Aiginion lag, eine Annahme, die nicht unumstritten ist, weil sich bislang keine nennenswerten Überreste gefunden wurden. Wichtiger ist indes die Tatsache, dass Stagoi offenbar „die mittelalterliche Nachfolgesiedlung von Aiginion in der Lokalisierung von Kalambaka“ ist, ein Name, eigentlich „στοῡς Ἁγιοῡς“, der übersetzt „zu den Heiligen“ bedeutet und „erstmals in einer Bischofsliste aus der Zeit Leons VI. (886-912)“ auftaucht.

Eine Siedlungskontinuität, die außerdem durch einen wichtigen Zeitzeugen in Kalambaka bestätigt wird, die ins 10./11. Jh. gehörende, alte Kathedralkirche Kimisis tis Theotokou (Κοίμησις τῆς Θεοτόκου). Eine dreischiffige, holzgedeckte Basilika, die wohl ursprünglich mit Gewölben gedeckt war, wie Friederike Kyrieleis schreibt, und ein überhöhtes Mittelschiff mit Lichtgaden besitzt, deren einstige Fenster heute zugemauert sind. Ihre Gründung basiert auf den Fundamenten einer frühchristlichen Basilika und zeigt, wie alt die frühchristliche Tradition in diesem Teil Griechenlands ist. Im Außenmauerwerk sind deutlich Spuren der Vorgängerkirche zu erkennen, im Inneren bietet sich dem Besucher ein großartiges Bild einer dreigeteilten  Kirche mit einem Wechsel von Mauerpfeilern und Doppelarkaden mit eingestellten Säulen im Übergang zu den Seitenschiffen und einem Durchgang zum Narthex in Form eines Tribelon, also eines dreigeteilten Eingangs mit drei Bögen über zwei Mittelsäulen. Ein Motiv, das z. B. bei der Basilika A in Philippi im 6. Jh. n. Chr. vorkommt, in frühchristlichen Kirchen in Ägypten, Syrien und Kleinasien häufig anzutreffen und möglicherweise von Konstantinopel aus nach Nordgriechenland gelangt ist. Reiche Wandmalereien unterschiedlicher Epochen schmücken das Innere der Kirche. Erhalten sind u. a. Heiligenbilder des 12. Jhs. im Diakonikon, außerdem die inschriftlich ins Jahr 1573 datierten Malereien in Naos und Narthex der kretischen Mönche Neophytos, Kyriazis und Theophanes  - letzterer war auch im Kloster Varlaam und auf dem Berg Athos tätig - sowie weitere Malereien des 18. Jhs. im später hinzugefügten Exonarthex, darin auch „inschriftliche Besitzbestätigungen für das Bistum Stagoi von 1336 und 1393 erhalten sind. Vor allem aber beeindrucken die Relikte des Vorgängerbaus in Form der Synthrononanlage in der Hauptapsis, des viersäuligen Ciboriums (Altarbaldachin) und des Ambos mit reliefierten Treppenwangen im Mittelschiff sowie des viersäuligen, aus alten Teilen wiederaufgebauten Pyramidenbaldachins. Der Ambo ist übrigens das einzig vollständig erhaltene bzw. wieder zusammengesetzte Beispiel dieser Art in Griechenland. Dazu gesellen sich Teile eines Mosaikfußbodens  -  alles wichtige bauliche Zeugen der frühchristlichen Phase dieses Kirchenbaus.

Quellenangaben zufolge besuchte „nach den Bulgarenkriegen (…) Kaiser Basileios II. 1018 die Festung von Stagoi“, von der sich heute nichts erhalten hat, weil sie offenbar vom heutigen Kalambaka vollends überbaut wurde. Der Besuch des Kaisers erfolgte zu einer Zeit, als bereits die ersten Eremiten in diese Gegend gezogen waren und ihre Einsiedeleien im Bereich der Felsen von Metéora gegründet hatten. Hier, in dieser einsamen und recht unzugänglichen Gegend hatten sie genau das gefunden, was sie gesucht hatten:  viel Platz für Einsamkeit und Askese, für Kontemplation und Abkehr vom alltäglichen Leben, mit anderen Worten: eine Landschaft, die dazu gerade einlädt, oder wie Athanasios Kouros es formuliert: „Die Landschaft von Metéora und das asketische Leben sind einander ähnlich. Verleugnung des Irdischen und Hingabe an den großen christlichen Glauben. Befreiung der Seele. Gebet, tiefes, gesammeltes Gebet. Selbsterkenntnis und frommes Denken brauchen so etwas wie die Meteoren: etwas Rauhes und Gewaltiges. Sie brauchen den nackten Felsen und den Himmel. Viel Himmel!“ Diese Eremitenbehausungen sind seit dem 9. Jh. entstanden, in einer Zeit also, als der heftig im ganzen Byzanitinischen Reich geführte Bilderstreit mit der Synode von Konstantinopel unter Patriarch Methodios 843 beendet und „die feierliche Wiederherstellung der Bilderverehrung“ erklärt worden war und sogleich eine Renaissance der Bilderverehrung und auch der kirchlichen Bautätigkeit in Form der Kreuzkuppelkirchen und anderer Bauten einsetzte. Eine Blütezeit von ungeheurem Ausmaß in „Architektur und religiöser Bildkunst“ einerseits, andererseits aber auch eine Zeit des Umbruchs, der Neustrukturierung und des Aufblühens der Klöster, die im 10./11. Jh. überall gegründet wurden und „das religiöse und kulturelle Leben“, wie Michael W. Weithmann formuliert, fortan entscheidend prägten. Für den nordgriechischen Raum mag das monastische Zentrum auf dem Berg Athos, das sich ab 963 gebildet hatte, dabei eine wichtige Funktion übernommen haben, wobei man wissen muss, dass „die meist auf Bergeshöhen oder auf verlassenen Inseln ausgelegten Klöster (…) reine Gebets- und Kontemplationsstätten“ waren, „keine  >>Arbeitsklöster<< im abendländischen Sinne“ (Weithmann). Wir wissen aus  Quellen, dass „die ersten nachgewiesenen Einsiedeleien (…) in Metéora seit dem 11. Jahrhundert“ existierten, obwohl es sogar frühe Hinweise „einer Besiedlung bereits vor dem 10. Jahrhundert“ gibt. Auf jeden Fall nahmen diese Einsiedeleien im Laufe der Zeit zahlenmäßig zu, schlossen sich „zu einer organisierten Gemeinschaft nach Vorbild des heiligen Berges Athos zusammen und bildeten das Kloster Doúpiani“, die älteste Klostergemeinschaft auf dem Felsstock nordwestlich des Dorfes Kastraki unweit Kalambakas, an die heute nur noch eine im frühen 13. Jh. erbaute und in den 1970igern Jahren renovierte Kapelle erinnert. Interessant wird die Entwicklung dann im 14. Jh., als der Mönch Athanasios vom Berg Athos in diese Gegend gelangte und „zusammen mit seinem geistlichen Ziehvater Gregorios und 14 weiteren Mönchen“ im Jahre 1344 das Kloster Metamórphosis gründete. Athanasios, der nach seinem Tod als Athanasios Meteorites seliggesprochen wurde, hatte auf diese Weise ein koinobitisches Kloster geschaffen, also ein „durch eine Mauer von der Außenwelt“ getrenntes Kloster, darin „die besitzlosen Mönche ’gemeinsam unter einem Dach lebten’ (griechisch κοινός βίος)“. Die Leitung des Klosters lag in Händen eines Abtes. Seit 1490 hieß das von Athanasios gegründete Kloster „Méga Metéoron“, nachdem sämtliche inzwischen entstandene Nachbarklöster ihm unterstanden. Insgesamt 24 Klöster gab es einst im Bereich der Meteorafelsen, die  „nur mit Strickleitern und mit Korbaufzügen erreichbar“ waren und „während der serbischen Herrschaft im 14. Jahrhundert entstanden“, teils mit Hilfe finanzieller Mittel frommer regionaler Herrscher wie König Symeon, teils mit besonderen Privilegien ausgestattet. 

Ohne Übertreibung können wir heute mit dem Byzantinisten Professor Klaus Wessels feststellen: „Nachdem der letzte Kaiser, der den Namen des ersten christlichen Kaisers trug, in den Straßen seiner Stadt im Kampf gegen die eingedrungenen Osmanen gefallen war und der Halbmond das Kreuz in der alten Kaiser- und Patriarchenkirche, der Hagia Sophia, ersetzt hatte, war die Kunst zwar ihres Zentrums beraubt; aber da der kaiserliche Hof schon seit langem nicht mehr der große Mäzen gewesen war, nahm die Kirche sie unter ihren Schutz. Vor allem die großen monastischen Zentren, die Klöster auf dem heiligen Berg Athos und die Metéora-Klöster in Thessalien, sowie die unter venezianischer Herrschaft stehende Insel Kreta wurden die Bewahrer und Förderer und in gewissem Grade auch Fortentwickler der nun rein auf kirchliche Aufgaben beschränkten Künste.“

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Kalambaka Marien Kirche Ο ναός της Κοίμησης της Θεοτόκου που βρίσκεται στην παλαιά πόλη κτίστηκε μεταξύ 10ου και 11ου αιώνα, είναι τρίκλιτη ξυλόστεγη βασιλική που, έχει υπερυψωμένο το μεσαίο κλίτος του νάρθηκα και το τρίβηλο Dimitrios Pergialis
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