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Geister der Dämmerung - die Nachtfalter Griechenlands

  2.914 Wörter 10 Minuten
2016-08-19 2016-12-06 19.08.2016 4.354 × gelesen

Buch: Die Natur Griechenlands
Für die meisten Menschen sind Schmetterlinge Insekten des Lichts, die ihren Glanz und Schimmer nur im Sonnenlicht voll entfalten. Es gibt auch eine zwanzigfach größere Schmetterlingsfauna voll eigener Reize, die erst in der Abenddämmerung erscheint und sich bereits wieder in ihre Schlupfwinkel zurückzieht, sobald der Morgen anbricht. Diese Geister der Dämmerung bilden eine faszinierende Welt für sich, in jeder Hinsicht fremdartig und geheimnisvoll.

Nach der einfachsten Definition sind Nachtfalter Schmetterlinge mit nicht keulenförmig verdickten Fühlerenden, die in der Ruhe ihre Flügel nicht senkrecht zusammenlegen, und überwiegend in der Dämmerung aktiv sind. Fast alle Nachtfalter sind Waldschmetterlinge im Gegensatz zu den meisten Tagfaltern, die sich als Steppenbewohner erst richtig nach den im antiken Griechenland durchgeführten Rodungen vieler Wälder ausbreiten konnten. Da auffallend viele Nachtfalter einen mehr oder weniger verkümmerten Saugrüssel besitzen, kann man vermuten, dass sie sekundär im Laufe des mit der Zeit härter werdenden Konkurrenzkampfes von den Blumenwiesen wieder in den Schutz der Wälder und der Nacht verdrängt worden sind.

Aber nicht alle Nachtfalter sind ausschließlich nachtaktiv. In Griechenland kann man tagsüber regelmäßig einen Nachtfalter beobachten, der Blüten pfeilschnell anfliegt, um wie ein Kolibri im Schwirrflug vor den Blüten stehend seinen Rüssel in den Nektar zu senken. Blitzschnell, fast sprungartig, wird nach wenigen Sekunden die nächste Blüte angesteuert. Dieses Verhalten ist kennzeichnend für den bekanntesten Schwärmer, das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum). Seinen Namen verdankt der Falter den borstigen Haarbüscheln am Körperende. Die für den Schwirrflug benötigte Energie muss durch die Nahrungsaufnahme gedeckt werden. Untersuchungen haben ergeben, dass das Taubenschwänzchen bei einem Durchschnittsgewicht von 0,3 g fast 0,5 ml Honiglösung pro Tag benötigt. Dafür muss der Falter pro Tag zwischen 1000 und 2000 Blüten anfliegen (Heinig 1984). Blaue und rotviolette Blüten mit einem langen und engen Blütenkelch werden bevorzugt angeflogen. An solchen Blüten sind die Falter tagsüber fast ohne Nahrungskonkurrenz. Das Taubenschwänzchen ist aber auch ein bekannter Wanderfalter, der im Frühjahr und Sommer oft in großer Zahl die ca. 2.000 km vom Mittelmeer bis nach Deutschland einwandert. Die Falter der 2. und 3. Generation überwintern in Mauerritzen und ähnlichen Stellen. Deshalb begegnet man ihnen fast das ganze Jahr über in Griechenland.
Die grüne Raupe lebt auf Labkraut (Galium) und verfärbt sich vor dem Verpuppen braun.

Während am Tage ein reiches Pollen- und Nektarangebot bereit steht, sind die Nachtfalterblumen mit ihren strengen Öffnungs- und Schließzeiten ganz auf den Besuch nächtlicher „Blumenkavaliere“ ausgerichtet. Sie besitzen enge Kronröhren von oft beträchtlicher Länge, deren Grund selbst Tagfaltern nicht mehr zugänglich ist. Sie duften stark und die Zeiten, in denen ihre Blüten geöffnet sind, stimmen genau mit den Flugzeiten ihrer Besucher, die sich vornehmlich aus der Familie der Schwärmer rekrutieren, überein.
Will man also Nachtfalter in der Abendsonne oder in der frühen Dämmerung beim Blütenbesuch beobachten, empfiehlt es sich, bei Einbruch der Dämmerung stark gefärbte und nachts duftende Blumen aufzusuchen. Der ebenfalls als Wanderfalter bekannte Windenschwärmer (Agrius convolvuli) kann dann mit etwas Glück beim Nahrungsflug an den langröhrigen Blüten des Blaugrünen Tabaks (Nicotiana glaucum) oder der Wunderblume (Mirabilis jalapa) angetroffen werden, wo er bereits in der Dämmerung mit seinem fast 10 cm langen Saugrüssel Nektar aus den Kronröhren saugt. Der Anflug der Pflanzen erfolgt zunächst rein optisch anhand der Blütenfarbe und erst in der Nähe spielt der Blütenduft mit. Tagsüber kann man sie auch mit viel Glück an senkrechten Flächen wie Mauern, Baumstämmen, Holzzäunen oder Felsen gut getarnt sitzend entdecken. Seine Flügelspannweite kann 13 cm erreichen. Der stromlinienförmige Körper und die schnittigen Flügel machen ihn zu einem der schnellsten Schmetterlinge, der große Strecken zurückzulegen vermag und selbst im hohen Norden gefunden werden kann. Mit einer Flügelschlagfrequenz von rund 25 bis 100 pro Sekunde (Tagfalter rund 10) erreicht er Geschwindigkeiten von 36 bis 54 km/h. Bei idealen Verhältnissen sollen Windenschwärmer aber auch schon Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h erreicht haben.
Die Raupen des Windenschwärmers leben an Windengewächsen (Convolvulaceen, daher der Name). In Griechenland wurden aber auch schon Raupen an Wildem Senf gefunden. Vor der Verpuppung wandern die Raupen umher (Wanderphase) und kriechen dann in die Erde zur Verpuppung. Auf der Suche nach einem Verpuppungsort fallen uns die erwachsenen Raupen auf, werden dabei leider auch von Autos überfahren.

Bereits schon vor langer Zeit hat man die Attraktivität des Lichtes für die Nachtfalter erkannt und diesen positiven Phototropismus ausgenutzt, um die Falter zu finden und zu fangen. Und so kann man an Laternen, vor allem am Ortsrand und in Parks, viele Nachtfalter beobachten, die sich die ganze Nacht hindurch dort tummeln. Je größer der UV-Anteil der Lichtquelle, desto größer ist die Anziehungskraft auf die Insekten. Vom Licht magisch angezogen, flattern sie in Spiralen um die Lampen und lassen sich dann in der Umgebung nieder oder fallen zu Boden. Aufgrund des Spiralfluges um die Lichtquelle vermutet man, dass sich die Falter in der Nacht an Mond und Fixsternen orientieren. Will er zum Beispiel geradeaus, hält der Falter, um die Richtung beizubehalten, die Gestirne stets im gleichen Winkel neben sich. Macht er dasselbe mit einer künstlichen Lichtquelle, wird er diese in immer kleineren Bögen umkreisen und schließlich dort auftreffen. Neben dieser Navigationstheorie gibt es aber auch noch andere zur Diskussion stehende Theorien. So verhalten sich nachtaktive Insekten zunächst positiv phototaktisch, werden also vom Licht angezogen. In größerer Nähe aber wieder negativ phototaktisch und versuchen dann, wie bei Tageslicht, aus dem Helligkeitsbereich zu entfliehen. Sie richten ihren Flug also auf den Grenzbereich zwischen Licht und Schatten aus (March-Band-Theorie) und so kommt es zu dem kreisenden Umfliegen der Lampen. Nach der Blendungstheorie besitzen nachtaktive Insekten extrem lichtempfindliche Augen, so dass es durch helle Lichtquellen zu einem Ausfall der optischen Orientierung durch Blendung kommt. In jedem Fall werden Laternen zur Falle, die das Verhalten der Tiere empfindlich stören oder durch Kontakt mit der heißen Lichtquelle sogar den Tod bedeuten können.
Für uns ist es aber vielleicht die einmalige Gelegenheit, einen vom Licht der Taverne angezogenen Oleanderschwärmer (Daphnis nerii) in der Nähe der Lichtquelle zu beobachten. Der Falter kommt im südlichen Asien, über den Nahen Osten bis nach Afrika vor. Als Wanderfalter zieht er jedes Jahr auch nach Griechenland und tritt in Mitteleuropa nur sporadisch als seltener Gast aus dem Mittelmeerraum auf. Deshalb ist es der Traum vieler Schmetterlingsfreunde, diesem Falter einmal in der Natur zu begegnen. Er ist mit einer Spannweite von fast 12 cm sehr groß und besitzt eine unverwechselbare prächtige olivgrüne Flügelzeichnung in feinen Abstufungen.
Die Raupe lebt, wie es ihr Name erahnen lässt, auf Oleanderbüschen. Findet man an den Blättern des Oleanders Fraßspuren und Kotreste, lohnt es sich, nach der oder den Raupen Ausschau zu halten. Wenn sich eine Raupe bedroht fühlt, zieht sie ihren Kopf ein und präsentiert dadurch als Drohgebärde Ihre himmelblauen Augenflecke (Scheinaugen). Wenn die Raupe zum Verpuppen bereit ist, verfärbt sie sich wie viele andere Schwärmerraupen braun, damit sie am Boden besser getarnt ist, auf welchem sie herumkriecht, um einen geeigneten Verpuppungsplatz zu finden. Sie spinnt sich zu diesem Zweck zwischen Boden und losen Blättern ein.

Sehr häufig begegnet man in Griechenland den Raupen des Wolfsmilchschwärmers (Hyles euphorbiae), die auffallend bunt gefärbt sind. Sie sind im erwachsenen Alter dunkelgrün mit roter Rückenlinie, weißlichen Punkten und Flecken und einem roten Horn am Körperende. Ihre bunte Färbung signalisiert Ungenießbarkeit, die auf den mit dem Futter aufgenommenen Giftstoffen (Ingenol-Derivate) beruht. Die Raupen selbst sind immun gegen das Gift der Wolfsmilchpflanze. So können sie sich auch tagsüber ungefährdet auf ihrer Futterpflanze (verschiedene Wolfsmilcharten, Name!) aufhalten. Da sie sich nicht verstecken müssen, fallen sie uns mit ihrer bunten Färbung sofort auf – sofern wir aufmerksam die Pflanzen am Wegesrand beachten. Das Horn am Hinterleibsende der Raupe, das sog. Analhorn, ist kennzeichnend für alle Schwärmerraupen und kann der Abwehr von Feinden dienen. Bekannt ist die bei Störung abschreckende, aber auch in der Ruhe eingenommene „sphinxartige“ Stellung mancher Raupen, was bereits REAUMUR 1736 zur Einführung des Namens Sphinx veranlasst und später zum Familiennamen (Sphingidae) geführt hat.

Farbenpracht und Formenfülle der Schmetterlinge und ihre geheimnisvolle Metamorphose von der „hässlichen“ Raupe zum prachtvollen Schmetterling haben seit alters her nicht nur das ästhetische Empfinden und künstlerische Schaffen des Menschen, sondern auch dessen Phantasie in nachhaltiger Weise angeregt. So galten bei den griechischen Philosophen Schmetterlinge als Erscheinungsformen der Seele und zugleich als Sinnbilder für deren Unsterblichkeit. Gleich einem bunten Schmetterling, der seiner hinfälligen Puppenhülle entsteigt, befreit sich die Seele mit dem Tod aus der sterblichen Hülle des Menschen. Nachtfalter wurden im vorchristlichen Griechenland als Seelen der Verstorbenen verehrt. Die Familie der Psychidae ist noch heute nach dem griechischen Wort für "Seele", "Psyche", benannt. Natürlich hat auch der bis zu 12 cm große Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos) von jeher die Gedanken der Menschen beschäftigt. Seine nächtlich verborgene Lebensweise und die schädelähnliche Zeichnung auf dem Rücken haben zu mancherlei Aberglauben Anlass gegeben. Durch das Buch und den Film „Das Schweigen der Lämmer“ ist er vielen Laien bekannt geworden. Wie das Käuzchen hat der Totenkopfschwärmer den Ruf eines „Totenvogels“, der Kranke in Angst und Schrecken versetzt, wenn er durch das Licht angelockt nachts in ihr Zimmer eindringt und sitzend die Form einer Totenbahre einnimmt. Diese düstere Vorbedeutung als „Unglücksbote“ ist sogar in die wissenschaftliche Namensgebung dieses Nachtfalters eingegangen: „Acheron“ ist der Jenseitsfluss im Totenreich und „Atropos“ die den Lebensfaden abschneidende Schicksalsgöttin. Heute weiß man natürlich, dass es sich bei der Totenkopfzeichnung um eine zufällige Fleckenkombination handelt.
Totenkopfschwärmer haben nur einen kurzen, ca. 1 cm langen Rüssel, mit welchem sie keinen Nektar aus Blüten holen können, sondern nur Früchte anstechen, Säfte aus Baumwunden oder in Bienenstöcken aus Waben Honig saugen. Die Bienen kümmern sich in der Regel nicht um die Eindringlinge, da die Falter durch Nachahmung des Bienenduftes eine geruchliche „Tarnkappe“ besitzen und zusätzlich einen Pfeifton erzeugen, der die aufgeregten Bienen besänftigt. Als „Bienentiger“ waren sie schon im 18. Jahrhundert Englands Imkern bekannt. In einem einzigen Bienenstock wurden innerhalb von drei Jahren 250 Totenkopfschwärmer, in einem anderen Fall im Verlaufe eines Herbstes sogar 150 Falter in einem Bienenstock gezählt. Gerade in Griechenland kann sich der Falter so „sichere“ Nahrungsressourcen erschließen. Er ist in Mitteleuropa nicht bodenständig, wandert aber regelmäßig aus dem östlichen Afrika über Griechenland in nördliche Regionen. Die Falter sitzen tagsüber oft an Baumstämmen, aber auch an Telgraphenstangen! Dort sind sie durch ihre Färbung und das diffuse Zeichnungsmuster gut getarnt. Die Lautäußerungen, die den Totenkopf von den anderen Schwärmern abhebt, können dem ruhenden Falter im Falle einer Störung auch als Abschreckung dienen. Auch Raupen sollen zirpende Laute erzeugen können. Man findet sie am häufigsten auf Kartoffeläckern, seltener an anderen Nachtschattengewächsen. Der Totenkopf ist damit zu einem Kulturfolger geworden.

In Griechenland kann man auch schon einmal den wunderschönen Raupen des Großen oder Wiener Nachtpfauenauges (Saturnia pyri) begegnen, während man den mit 17 cm größten europäischen Schmetterling wohl kaum zu Gesicht bekommt. Die Raupen sind häufiger Gast in Obstplantagen und waren früher besonders als Schädling der Mandelbäume bekannt. Wegen des Einsatzes von Spritzmitteln auf Obstbäumen haben sie dort aber kaum noch eine Überlebenschance. Neben verschiedenen Obstbäumen bevorzugen die Raupen besonders die Eschen. Die erwachsene Raupe ist von beachtlicher Größe. Der grasgrüne Körper erreicht spielend die Ausmaße eines dicken Daumens. Die Hauptsegmente sind mit jeweils sechs intensiv hellblauen – im vorletzten Stadium leuchtend rosaroten! – Warzen ausgestattet. Die hellblauen Warzen sind mit kurzen und spitzen schwarzen Dornen bewehrt. Vor der Verpuppung spinnt sich das Tier einen Schutzkokon aus einem über 1 km langen Seidenfaden.

Bei manchen Nachtfaltern kann man ein einzigartiges Sozialverhalten beobachten. Die Raupen des Pinien-Prozessionsspinners (Thaumetopoea pityocampa) leben tagsüber gesellig in großen, beutelförmigen Gespinsten und bewegen sich nachts gemeinsam in langen "Prozessionen" zu ihren Fraßplätzen. Nach Beendigung der nächtlichen Fressphase kehren die Prozessionen in ihr „Schlafnest“ zurück. Ein solcher Gespinstsack, in dem sich im Laufe des Raupenlebens Kot und Häute anhäufen, wird für viele Fressfeinde zu einer uneinnehmbaren Festung. Auch Menschen sollten sich hüten, Schlafnester oder einzelne Raupen zu berühren. Die Haare der Raupen können bei empfindlichen Menschen höchst unangenehme Hautreizungen auslösen. Aber auch am Tage können ihre Wanderungen beobachtet werden, und zwar nach den Häutungen, vor denen mehrere Tage keine Nahrung aufgenommen wird. Der Zusammenhalt innerhalb der Raupenkette wird durch den ständigen Kontakt mit besonders langen und empfindsamen Haaren an Kopf und Hinterleibsende ermöglicht. Lenkt man nun die Vorläuferin so ab, dass sie mit der letzten Raupe der Kolonne Kontakt aufnimmt und einen Ring bildet, dann laufen die Raupen oft stundenlang in Kreis, bis eine endlich ausbricht und die neue Richtung angibt. Der französische Insektenforscher Jean-Henri Fabre setzte solche Raupen auf den Rand einer Schüssel von 1,35 m Durchmesser. In sieben Tagen machten die Raupen 335 mal die Runde!
Die Falter dieser Familie ((Thaumetopoeidae) treten kaum in Erscheinung, da sie unscheinbar gefärbt sind. Außerdem fehlt ihnen der Saugrüssel und somit die Möglichkeit, Nahrung aufzunehmen. Das Weibchen paart sich in der Schlüpfnacht und legt in der zweiten Nacht den gesamten Eivorrat ab. Kurz darauf stirbt es.

Neben der Familie der Schwärmer stellen die eher unscheinbaren Eulenfalter und Spanner die mit Abstand umfangreichsten Schmetterlingsfamilien dar. Augenfälliger präsentiert sich dagegen die Familie der Bärenspinner, die mit den Schwärmern sicher zu den schönsten Nachtfaltern Griechenlands zählen. Manche Arten fliegen auch bei Tage oder sitzen mit dachförmig zusammengelegten Flügeln an Steinen oder Baumstämmen.
So kann man besonders im Frühjahr des Öfteren den Schwarzen Bären (Arctia villica) beobachten, wenn er, frisch geschlüpft, sich an einem Pflanzenstiel in seinen ersten Sonnenstrahlen aufwärmt (siehe auch Heft 1/2007). Er ist ein typisch griechischer Falter, da er in Mittel- und Nordeuropa in den letzten 100 Jahren selten geworden ist. Als wärmeliebender Falter benötigt er die sonnigtrockenen Ödlandflächen (Phrygana) Griechenlands für seine Entwicklung. Er ist an der samtschwarzen Vorderflügeloberseite, auf der sich meist acht unterschiedlich große, rundliche gelblichweiße Flecke befinden und an der orangegelben Oberseite der Hinterflügel, die vier braunschwarze Fleckenreihen aufweisen, gut zu erkennen.
Der Falter hat seinen Namen von den Raupen erhalten, die nach Bärenart dicht behaart und mattschwarz sind.

Der Englische Bär (Ammobiota festiva) ist ebenfalls eine südosteuropäische Steppenart, die nördlich der Alpen immer seltener auftrat und hier durch die intensive Bebauung und Ausnutzung des Bodens praktisch ausgerottet wurde. Dort, wo die als Lebensraum erkannten Brachflächen umgebrochen und mit Hilfe von Kunstdünger in Ackernutzland umgewandelt worden sind, ist der Grund für das Verschwinden offensichtlich. Durch das Aufhören der Brachfelder-Wirtschaft wurde die Existenz dieses schönen „Bären“ in Deutschland völlig vernichtet. In Griechenland gibt es dagegen überall sonniges, warmes und steiniges Ödland (Phrygana), wo man dann auch auf oder zwischen den Pflanzen diesen auch „Steppenbuntbär“ genannten Falter entdecken kann. Er unterscheidet sich vom Schwarzen Bären durch die weißen, rostfarbenen Querbinden, von denen sich die beiden äußersten in der Mitte berühren und die eher rötliche Farbe der Hinterflügel. In Ruhestellung haben die „Bären“ ihre Hinterflügel unter den Vorderflügeln versteckt. Werden sie jedoch beunruhigt oder durch Berühren mit einem Grashalm erschreckt, breiten sie die Vorderflügel aus, so dass die in Warnfarben leuchtenden Hinterflügel sichtbar werden.

Auch der bunt gefärbte Russische Bär kann es sich leisten, tagsüber auf Nahrungssuche zu gehen, wobei er die Mittagsstunden allerdings meidet. Nach Tagfaltermanier kann man den Russischen Bären im Sonnenschein beim Blütenbesuch beobachten, besonders gern saugt er an den rotvioletten Blütenständen des Wasserdosts entlang windgeschützter Waldwege. Die auffällige Färbung ist ein Warnsignal an potentielle Feinde und soll Ungenießbarkeit oder sogar Giftigkeit signalisieren. In der Tat meiden Vögel solche mit „Schrecktracht“ gefärbten Tiere. Die Spanische Flagge bildet große Populationen, die vor der Sommerhitze in schattenkühle, luftfeuchte und hohlwegartige, breite Heckenzüge oder Schluchten, mit ausreichenden Nahrungsquellen wandern (sog. Übersommerung). Zur Reproduktion kehren sie in die Ursprungsgebiete zurück.

Die wohl auffälligste, zu den „Schönbären“ gehörende Nachtfalterart, ist der Russische Bär oder auch Spanische Fahne (Callimorpha quadripunctaria). Man kann sie recht leicht an dem weißen V auf den schwarzen Vorderflügeln identifizieren. Die Hinterflügel sind zinnoberrot mit schwarzen Flecken. In Ausnahmefällen können die Hinterflügel gelb statt zinnoberrot gefärbt sein. Diese Färbungsvariante kommt auch bei anderen Bärenspinnerarten mit roten Hinterflügeln vor und war früher ein begehrtes Sammelobjekt. Die Art ruht tagsüber im Blattwerk von Laubgehölzen oder kann auf windgeschützten Waldwegen beim Blütenbesuch beobachtet werden. Durch seine auffällige Färbung, die ein Warnsignal an potentielle Feinde ist und Ungenießbarkeit oder sogar Giftigkeit signalisieren soll, kann es sich der bunt gefärbte Falter leisten, auch tagsüber auf Nahrungssuche zu gehen. Die Falter bevorzugen Hochstaudenbestände mit Disteln und Wasserdost. In Flusstälern, Bachschluchten und nassen Waldlichtungen sitzen sie gerne auf den Blüten des Wasserdosts. Die Flugzeit des Falters fällt ziemlich genau mit der Blütezeit des Wasserdosts zusammen. In Verbindung mit der Struktur der Blüte („Sitzblüte“) und dem Standort dieser Pflanze dürfte dies auch die Ursache für das auffallende Präferenzverhalten der Falter sein, die in hohem Maße auf diese Pflanze als Nahrungsquelle fixiert sind. Auf einigen Inseln Griechenlands, wie z.B. auf der Insel Rhodos oder Paros, ist diese Art durch ihr merkwürdiges Verhalten, nämlich in einem bestimmten Tal („Schmetterlingstal“) zu Tausenden dichtgedrängt an Ästen und Stämmen alter Bäume zu ruhen, zu einer bekannten, inzwischen jedoch überstrapazierten Touristenattraktion geworden. Eine derartige Sommerdiapause wird bei Populationen des europäischen Festlandes nicht beobachtet. Verantwortlich für dieses Verhalten ist das kühl-feuchte Mikroklima dieser einzigartigen Biotope und der Harzgeruch der Amberbäume (Storax), der die Schmetterlinge anzieht. Aufgrund eingehender Untersuchungen weiß man inzwischen, dass diese Versammlungen „Paarungsgemeinschaften“ sind und zumindest die Weibchen nach vollzogener Begattung wieder in ihren eigentlichen Lebensraum zurückwandern, wo dann die Eiablage erfolgt. Touristen versuchen, die Tiere mit Klatschen, Steinwürfen oder sogar Rütteln der Bäume hochzujagen, um den spektakulären Anblick eines ganzen Schmetterlingsschwarmes zu erhalten. Gerade diese ständige Störung scheint die Tiere jedoch von der Paarung abzuhalten, so dass der Bestand schon seit Jahren immer weiter zurückgeht. Somit können auch wir zum Schutz der Schmetterlinge beitragen, indem wir uns ruhig verhalten und uns an der Erscheinung einzelner Tiere erfreuen.

Empfohlene Literatur:
H.J. Weidemann/J. Köhler „Nachtfalter – Spinner und Schwärmer“ Naturbuch Verlag, 1996, ISBN 3-89440-128-1

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