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Die Bedeutung der Buntspechte für die Gesundheit der griechischen Wälder

  668 Wörter 2 Minuten
2017-06-24 2017-06-24 24.06.2017 193 × gelesen

Es gibt viele insektenfressende Vögel, aber nur diese Buntspechte sind von der Natur mit den speziellen anatomischen Feinheiten ausgestattet, die ihnen den Verzehr gefährlicher Schädlinge des Waldes, nämlich der Larven der Borken-, Bock- u. Rüßelkäfer ermöglichen und sie gleichzeitig zu Meistern im Bau von Nisthöhlen machen.

Die Zehen sind auffallend kurz und kräftig. 2 sind vorwärts und 2 rückwärts gerichtet. Alle sind mit sehr kräftigen, stark gebogenen Krallen versehen. Auf diese Weise können sie sich problemlos an der Rinde der Bäume festklammern. Sie fliegen den Baum so an, dass sie meist nur 1m über dem Erdboden auf ihm landen und suchen diesen dann in aufwärtssteigender Spirale systematisch ab, immer mit dem Kopf nach oben.

Der Schwanz stützt das Körpergewicht ab und wirkt gleichzeitig als Feder, die die Meißelbewegungen des Schnabels unterstützt. Der 7 (und letzte) Schwanzwirbel ist zu diesem Zweck besonders stark ausgebildet. Das mittlere Federnpaar ist am längsten und kräftigsten. Auf jeder Schwanzseite befinden sich 10 lange und 2 kürzere  Federn. Die medialen 4 Federn sind wie folgt geformt: die obere Hälfte der Fahne ist dachförmig ausgebildet, d.h. die Äste fallen nach rechts und links des Schaftes, der den First bildet, ab und sind untereinander nicht wie üblich durch Strahlen verbunden, so dass sie einzeln funktionieren können und an den kleinsten Unebenheiten der Rinde Halt finden. 

Die Zunge ist fadenförmig und enorm beweglich. Ihre Oberfläche ist verhornt und die Zungenspitze ist auf beiden Seiten mit 5 – 6 Widerhaken besetzt. Sie kann bis zu 6 cm über die Schnabelspitze ausgestreckt werden und ist so das ideale Werkzeug, um die Larven der Waldschädlinge in ihren Bohrgängen aufzuspüren und zum Verzehr herauszuziehen.

Der Schnabel ist stark, gerade, auf dem Rücken scharfkantig und an der Spitze meißelartig geschärft.

Diese 4 Werkzeuge befähigen die Buntspechte ihre Nisthöhlen zu zimmern und sich von den Insekten zu ernähren, die sie bevorzugen. Zum Bau der Nisthöhlen benötigen sie sehr dicke und hohe Bäume. Die Höhlen haben einen engen Einschlupf und reichen dann 18 – 25 cm tief in die Stämme. Dort haben sie einen Durchmesser von ca. 15 cm. Außerdem bevorzugen sie die Nisthöhlen in einer Mindeshöhe von 5 m über dem Erdboden anzulegen. Sie ziehen die Walloneneiche den anderen Eichen vor, weil diese weicheres Holz hat. Die Höhlen werden nicht nur zur Aufzucht der Jungen benutzt, sondern dienen ganzjährig als Schlafplätze. Das macht diese Vögel sehr standortabhängig. Sie benutzen ihre Höhlen über Jahre hinweg, weshalb ihnen insbesondere durch illegales Holzfällen schwerwiegende Verluste zugefügt werden.

Es ist offensichtlich, dass diese Vögel (aufgrund ihrer Vorliebe für die Käferlarven) von bedeutsamen Nutzen für die Gesundheit der Wälder sind. Das ganze Ausmass ihrer Nützlichkeit wird einem noch bewußter, wenn man weiss, dass diese Spechte die alleinigen Erbauer der Wohnungen aller nützlichen Höhlenbrüter sind. Dadurch, dass sie sehr akribisch beim Bau ihrer Höhlen vorgehen, beginnen sie an verschiedenen Stellen ihr Werk bis sie mit der Wahl ihres Standortes zufrieden sind. Die halbfertigen Höhlen genügen aber bereits als Nistplatz für Kleiber (SITTA europaea), Baumläufer (CERTHIA sp). Kohl- Blau- u. Tannenmeisen (PARUS major, P. caeruleus, P. ater), die alle Insektenfresser und Höhlenbrüter sind. Leider gibt es zu wenig natürliche Höhlen in jungen Wäldern, denn dort können selbst Sprechte keine Höhlen zimmern, weil die Bäume zu klein sind. Daran erkennt man besonders den Wert alter, großer Bäume und die Wichtigkeit diese zu erhalten, um ausreichend Nistplätze für all die Nützlinge des Waldes zu bieten, die die natürliche Kontrolle der Waldschädlinge gewährleisten.

In den artenarmen Wäldern Attikas, in denen es keine alten Laubbäume mehr gibt, ist es daher dringend notwendig Nistkästen für die Höhlenbrüter anzubringen.

Langfristig aber müssen auch aus diesem Grund die Nadelholzwälder mit Laubbäumen bereichert werden. In Attika, wie auch in allen anderen Gebieten niedriger Höhenlagen ist der Baum der Wahl die Walloneneiche!

Dieser Informationsbeitrag wurde von folgenden Vereinen herausgegeben:

Wanderverein der Naturfreunde „Paeonia“
Skourtou – Aetoloakarnania
E-mail: fyaspaionia @ yahoo.gr

Verein der Freunde der Walloneneiche und der Umwelt „Amadryada“
V. Benaki 19-21, 10436 Athen
E-mail: amadryada @ gmail.com

Kontakt-Telefon für alle weiterführenden Informationen:
Iris Theodoridou – Schwind
E-mail: iristheodoridou @ gmail.com

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