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Die Reptilien Lakoniens

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2020-04-11 2020-04-11 11.04.2020

Das mediterrane Klima begünstigt das Vorkommen vieler Reptilien. Da es sich um wechselwarme Tiere handelt, lieben sie die Wärme, und so ist es nicht verwunderlich, dass Griechenland mit etwa 48 Arten das reptilienreichste Land in Europa ist.
Eine große, ziemlich robuste Mauereidechse ist die Peloponnes-Eidechse (Podarcispeloponnesiaca), die nur auf der Peloponnes vorkommt (endemische Art). Sie ist sowohl an der Küste als auch im Gebirge anzutreffen und kommt, da sie als Bodeneidechse ungern klettert, in Olivenhainen und an Straßenböschungen sehr häufig vor. Besonders gerne sitzt sie aber auf exponierten höheren Warten.
Die griechische Spitzkopfeidechse (Hellenolacertagraeca), kommt ebenfalls ausschließlich auf der Peloponnes vor, wo sie vor allem im Süden zu finden ist. Sie lebt überwiegend in felsigem Gelände am Rande von Bächen und Flüssen. Ihre Lebensräume sind schattig und weisen eine hohe Luftfeuchtigkeit auf. Im Süden der Peloponnes kann man sie auch in ungewöhnlich trockenen Lebensräumen finden. Als typische Gebirgseidechse war die griechische Spitzkopfeidechse im Taygetos-Gebirge die deutlich dominierende Art auf Steinen und Geröll entlang eines Baches, während die Bäume von der Mauereidechse (Podarcismuralis) bewohnt waren. Sie erscheint spät morgens und vermeidet hohe Temperaturen und direkte Sonneneinstrahlung. Sie ist nicht sehr scheu und kann deshalb ruhig beobachtet werden.
Die Taurische Eidechse (Podarcistauricus) ist mit 25 cm Gesamtlänge ein größerer Vertreter der Mauereidechsen-Gruppe (Podarcis). Als Bodeneidechse klettert sie ungern und meidet felsige Lebensräume und steile Hänge. Olivenhaine und Straßenböschungen sind ihr bevorzugter Lebensraum. Auf der Peloponnes kann man sie am ehesten in den Vor– und Nachmittagsstunden in küstennahen Pinienwäldern und an Feldwegen beobachten.
Die schönste und auffälligste Eidechse ist für mich aber immer noch die Riesensmaragdeidechse (Lacertatrilineata). Sie ist mit 60 cm Gesamtlänge nicht nur eine der größten Eidechsen in Griechenland, sondern mit ihrer grünen Rückenfärbung auch eine der schönsten Echsen. Bei den Männchen wird die Kehle zur Paarungszeit leuchtend blau. Die Riesensmaragdeidechse ist auf der Peloponnes weit verbreitet. Ihre Hauptnahrung besteht aus den verschiedensten Insekten und Spinnen. Daneben erbeutet sie gelegentlich auch kleinere Eidechsen, Jungschlangen und sogar Junge der eigenen Art.
In Lakonien finden Schlangen mit dem warmen und trockenen Klima gute Lebensbedingungen vor. So kann man auf seinen Wanderungen – besonders im Frühjahr - auch schon mal einer Schlange begegnen. Man entdeckt sie allerdings erst aufgrund ihrer schlängelnden Fluchtbewegung, da sie vorher eher für ein Aststück gehalten wird. Mir selbst gelang es meist nur, die scheuen Tiere davonhuschen zu sehen. Schlangen reagieren auf geringste Bodenerschütterungen und suchen sofort das Weite, wenn man sich ihnen nähert.
Die Giftwirkung der Östlichen Eidechsennatter (Malpoloninsignitus), die als größte europäische Schlange bis 2 m lang wird, ist vergleichsweise gering. Wie bei allen Trugnattern sitzen ihre kurzen Giftzähne so weit hinten im Kiefer, dass bei einem Biss nur selten Gift injiziert wird und sie deshalb dem Menschen kaum gefährlich wird. Typisch sind die kantig vorstehenden Überaugenschilder, die die auffallend großen Augen überdecken und der Schlange dadurch einen "grimmigen" Blick verleihen. Da sie zu den häufigsten und größten Schlangen des griechischen Festlandes gehört, ist sie auch die meistüberfahrene Schlange auf den Straßen.
Eine in Griechenland überall bekannte und gefürchtete Schlange ist die Europäische Hornotter oder Sandotter (Viperaammodytes, gr. Οχιά), die wegen ihres vorstehenden, aus kleinen Schuppen bestehenden Nasenhorns (Name!) leicht von anderen Schlangenarten unterschieden werden kann. Außerdem zieht sich ein breites Zacken- oder Wellenband über die Rückenmitte. Wie bei allen giftigen Schlangen (Vipern und Ottern) verengt sich die Pupille der Hornotter zu einem senkrecht stehenden Schlitz, der sich nur in der Dunkelheit zu einem Oval aufweitet. Zum Sonnenbad liegen die Tiere oft völlig deckungslos auf Wegen oder vor Büschen und können in Lakonien regelmäßig beobachtet werden.

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