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Kiki Dimula – „Europäischer Literaturpreis“ für 2010

  347 Wörter 1 Minute
2017-04-14 2017-04-24 14.04.2017 225 × gelesen

Kiki Dimula gilt als die bedeutendste lebende Dichterin Griechenlands. In ihrem höchst beachtlichen Werk zeichnet sie sich durch ihre abstrakte Thematik sowie durch ihre völlig unkonventionelle Schreibweise aus. Die Welt von Kiki Dimula ist die Spannung zwischen dem Seienden und dem Nicht-Seienden. Diese Spannung drückt sich in ihren Themen aus: Werden und Vergehen, Zeit, Verschleiß und Verlust. Auch ihr anarchischer Umgang mit der Sprache zeigt diesen Konflikt: Sie hat vor keiner Regel Respekt, bedient sich oft ungewöhnlicher Ausdrücke und kann gleichzeitig sarkastisch, grotesk und zärtlich sein.

Kiki Dimula wurde 1931 in Athen geboren. Ihre erste Gedichtsammlung „Piimata“ (Gedichte) erschien 1952, der bis 2007 weitere 11 Gedichtbände und ein Band mit Kurzgeschichten folgten. Viele Gedichte von Kiki Dimula wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Für ihr Werk wurde die Dichterin mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, darunter dem „Aristeion Grammaton“ der Athener Akademie für ihr Gesamtwerk (2001) und dem „Europäischen Literaturpreis“ für 2010. Im Jahre 2003 wurde Kiki Dimula, in Anerkennung ihres poetischen Werkes, zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Athen gewählt. (Quelle: Romiosini Verlag).

Umfassende Anthologie ihrer Gedichte in deutscher Sprache in der Übertragung der renommierten Lyrikübersetzerin aus dem Griechischen Dadi Sideri-Speck:
Kiki Dimula, „Plötzlich wurde ich hellhörig.
„Gedichte und ein Mythos“, Romiosini, Köln 2008.
ISBN 978-3-929889-81-9

TRAUMERLEBNIS

Der Tag erwachte.
Er richtete sich auf Zehenspitzen auf
und sah die Welt
noch in den Träumen und den Zaubereien
der Nacht liegen.

Er stieg auf Berge
glitt die Hügel hinunter
und stürzte auf die Stadt
in großer Eile.

Er löschte die Straßenlaternen
erstickte Schatten, die verborgen in Nischen
und Höfen waren
und nachdem er unter den Menschen
Ängste und Probleme austeilte
gab er ihnen den Auftrag, ihn zu Ende zu führen.

Dann bemerkte er meine Abwesenheit
(ich verhandelte noch im Traum
über ein Glück)
er öffnete mein geschlossenes Fenster
fiel mit seinem ganzen Gewicht auf mich
und unterbrach somit meine Verhandlung.


Weitere Literatur
(Quelle: Griechisches Nationalbuchzentrum, Deutsche National Bibliothek):

Dimoula, Kiki. „Eine Minute zusammen“.
Frankfurt a.M.: Axel Dielmann Verlag, 2000.
ISBN: 3-933974-07-0

Dimoula, Kiki. „Gedichte”.
Frankfurt a.M.: Dielmann Verlag, 2001.
ISBN: 3-933974-12-7

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