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Titos Patrikios – Ein Leben zwischen Weltstädten und Drahtverhau

  314 Wörter 1 Minute
2017-03-03 2017-04-24 03.03.2017 206 × gelesen

Titos Patrikios ist ein der wichtigsten griechischen Dichter der ersten Nachkriegszeit. Der engagierte politische Dichter und gleichzeitig sensible Erforscher der Wirklichkeit des Alltags und der Gefühle, verbindet in seiner Dichtung scharfe, kritische Beobachtungen mit den Wunschträumen eines Menschen, der viel gelitten hat, aber dennoch seinen Mut nicht verloren hat. Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens bleibt bis heute die Lyrik, geprägt von Pessimismus, einer beinah sinnlichen Verehrung der Natur und kräftiger Erotik.

Titos Patrikios wurde 1928 in Athen geboren. Er studierte Jura und arbeitete als Rechtsanwalt. Er war im Widerstand gegen die deutsche Besatzung aktiv, wäre beinah hingerichtet worden und wurde nach dem Bürgerkrieg als politischer Gefangener nach Makronissos deportiert. 1954 gründete er eine eigene Zeitschrift, in der er auch eigene Literaturkritiken und Artikel veröffentlichte.1959 - 64 studierte er Soziologie in Paris. In der Zeit der Militärdiktatur lebte Patrikios im Exil in Frankreich und Italien. Nach seiner Rückkehr arbeitet er als Jurist, Soziologe und Übersetzer und lebt wieder in Athen. (Quelle: Romiosini Verlag)

Anthologie aus seinem umfangreichen dichterischen Werk übersetzt in deutscher Sprache von Anna Lazaridou, Helena Pekalis: Titos Patrikios, „Spiegelbilder“, Romiosini, Köln 1993. ISBN 978-3-923728-50-3

 ALLEGORIE (1973)
Als die Eiche fiel
brachen einige einen Zweig, steckten ihn in die Erde
und riefen zur Anbetung des Baumes selbst auf;
andere klagten in Elegien über den verlorenen Wald
ihr verlorenes Leben;
andere legten Sammlungen von getrockneten Blättern an
zeigten sie auf Jahrmärkten, hatten ihr Auskommen;
andere beteuerten die Empfindlichkeit der Laubbäume
gerieten aber über die Art oder überhaupt die Notwendigkeit
der Wiederaufforstung aneinander;
andere darunter auch ich behaupteten,
daß solange es Erde und Samen gibt
die Möglichkeit der Eiche immer besteht.
Die Frage nach dem Wasser bleibt.

Einige Gedichte in: „Unter dem Gewicht der Wörter“ (Hrsg. D.Sideri-Speck), Romiosini, Köln 1999 und „Griechische Lyrik des 20. Jahrhunderts“ (Hrsg. Danae Coulmas) Insel, Frankfurt / M. - Leipzig 2001. ISBN 3-458-17090-1

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