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Maria Gabriele Wosnien: Griechenland – Tanz und Mythos, Audio-CD der Tanzmusiken & DVD

  340 Wörter 1 Minute
2017-02-01 2017-04-24 01.02.2017 485 × gelesen

Sakraler Tanz – die Einheit der Sinne verwirklichen

„Aus der Sicht der griechischen Antike liegt der Ursprung der künstlerischen Schöpfung noch ganz in der Nähe des Göttlichen: Die Götter selbst sind Musiker, Dichter und Tänzer und sind den Menschen dann am ähnlichsten, wenn diese glücklich sind, sich der Musik, dem Tanz und Spiel hingeben, wenn sie Feste feiern, wobei Seele und Körper ganz aufeinander bezogen sind“, schreibt die Tanzpädagogin, Choreografin und Schriftstellerin Maria-Gabriele Wosien.

Die Einheit der Sinne suche heute der sakrale Tanz zu verwirklichen, „als ein Weg nach innen, auch über die Pflege traditioneller Formen des Kreisreigens“, stellt Wosien in ihrem im Schweizer Metanoia-Verlag erschienenen Buch „Griechenland – Tanz und Mythos“ (mit Musik-CD und Film-DVD) fest. Es handelt sich dabei um ein Übungsbuch für sakralen Tanz, das eine Fülle an Hintergrundwissen und – in Verbindung mit zahlreichen Illustrationen zu Bildern der Mythologie, den Grafiken im Text und den Bildern des Films, der die im Buch behandelten Mythen tanzdramatisch umsetzt – reichhaltiges Anschauungsmaterial zu den verschiedenen Themen des Mythos bietet. Mythen seien, so Wosien, die in Zusammenarbeit mit ihrem Vater, dem Ballettmeister und Choreografen Bernhard Wosien (1908-1986) den sakralen Tanz entwickelte, Sinnbilder für das geistige Potenzial im Menschen: „Werden mythische Bilder in Bewegung umgesetzt, wecken sie die Bilder der Seele und führen zum Erlebnis einer tiefen Selbsterfahrung.

Die alten Götter sind nicht tot, in ihren Symbolen sind sie lebendig in einer ewigen Gegenwart.“ Pater Anselm Grün stellt in seinem Vorwort fest, dass Griechenland, die Wiege der abendländischen Philosophie, den Menschen „wunderbare Mythen“ geschenkt habe: „In den Mythen wurden Erfahrungen der Menschen ausgedrückt, ihre Gefährdung und ihre Heilung, ihre Höhen und Tiefen. Den Mythen geht es weniger um die Hierarchie der Götter als vielmehr um das Geheimnis des menschlichen Lebens. Indem wir die Mythen hören oder – wozu Gabriele Wosien uns ermuntert – indem wie sie tanzen, erfahren wir, wie menschliches Leben gelingt.“

Maria-Gabriele Wosien: Griechenland – Tanz und Mythos“.
Mit einem Vorwort von Anselm Grün, Audio-CD der Tanzmusiken und DVD.
Metanoia-Verlag, Kindhausen/Schweiz.
Aus der Reihe „Europa der Kulturen“.
129 Seiten. Kartoniert.