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Peter Pachel: Griechisches Gift

  619 Wörter 2 Minuten
2018-08-21 2018-08-21 21.08.2018 222 × gelesen

pätestens als die Gerichtsmedizinerin Angeliki, dank einer neuen Kommunikationsanlage aus dem fernen Athen per Telefon zugeschaltet, dem trotz Osterurlaubs vollständig im Besprechungsraum der Polizeibehörde von Paros versammelten Team erklärt, dass es nicht so einfach war mit der Analyse und man sogar Unterstützung von der Uni holen musste, ahnt Kommissarin Katharina Waldmann, dass sie und ihre Kollegen es mit einem brisanten Fall zu tun haben werden. In der Tat: Das Opfer, das auf der Insel Paros zu Tode kam, wurde mit dem Gefleckten Schierling, jenem Gift, mit dem Sokrates einst getötet worden sein soll und das im Altertum als gängiges Hinrichtungsmittel benutzt wurde, vergiftet. „Griechisches Gift“ heißt denn auch der neue im Verlag Größenwahn erschienene Kriminalroman von Peter Pachel.

Hellblau leuchtet der Himmel über Paros. Die deutsch-griechische Kommissarin Katharina Waldmann, die Peter Pachel bereits in seinem 2014 erschienenen Buch „Maroulas Geheimnis“ auf der Kykladeninsel ermitteln ließ, hat sich inzwischen von der Athener Mordkommission auf die Insel Paros versetzen lassen und bereitet sich an ihrem neuen Wirkungsort auf das Osterfest vor. Auch einige Touristen verbringen bereits die Feiertage auf den Kykladen, darunter zum Beispiel Marlene Winter aus Stuttgart, die sogar ein Grundstück auf der Nachbarinsel Amorgos erwerben will. Ein Treffen mit dem deutschen Makler Frank Felten soll die letzten Einzelheiten abklären. Doch das Abendessen der beiden in einer Taverne im Hafen von Naoussa verläuft tödlich für den Mitarbeiter der Frankfurter Immobilienfirma Dreamroom GmbH: Soeben noch putzmunter, bricht der Makler im voll besetzten Lokal plötzlich zusammen – und, obwohl selbst Ärztin, muss Marlene Winter tatenlos zu sehen, wie der Mann qualvoll stirbt.

Der Gefleckte Schierling hat ganze Arbeit geleistet – allerdings ahnt das zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Immerhin lenkt die Ärztin die Ermittlungen der Polizei in die Richtung eines Giftmordes. Der Makler bleibt nicht der einzige Tote – und auch der zurückliegende, eigentlich überraschende Todesfall von Jannis Pantoúlis auf der Nachbarinsel erscheint plötzlich in einem anderen Licht; Pantoúlis hat bis zu seinem angeblichen Herztod die Hälfte des Jahres hart in New York gearbeitet und die andere Hälfte in seiner alten Heimat ein großzügiges Stück Land auf Amorgos bewirtschaftet.

Geht es dem geheimnisvollen Mörder um die Vereitelung eines angestrebten Verkaufs von Grundstücken, auf denen exklusive Ferienhäuser entstehen sollen? Hängen die Einbrüche, die seit geraumer Zeit auf Paros stattfinden, mit den Morden zusammen? Welche Rolle spielt der Besitzer eines Weinguts, der selbst Interesse an den Grundstücken zeigt und Opfer der Einbruchsserie geworden ist? Die einzelnen Kapitel sind den Hauptakteuren der Handlung gewidmet - getrennt durch kürzere „Ausflüge“ zu einem geheimnisvollen „Brachland auf den Kykladen“, die den Leser mit dem Gift und seiner Herstellung vertraut machen. Peter Pachel gelingt es, durch den Wechsel der Handlungs-Perspektiven die Spannung stetig zu steigern - bis zum dramatischen Showdown beim Treffen der künftigen Grundstückseigentümer auf Amorgos, die aus verschiedenen Ländern angereist sind.

Genau gezeichnete vielschichtige und interessante Charaktere, Ausführungen mit viel Lokalkolorit, das dem in Köln lebenden Autor von zahlreichen eigenen Aufenthalten auf den Kykladen bestens vertraut ist, sowie Beschreibungen kulinarischer Art (die entsprechenden Kochrezepte finden sich ebenso im Anhang wie eine Landkarte von Paros und ein Personenregister) sorgen zusammen mit dem spannenden Plot für beste Unterhaltung. Auf der Frage, ob seine Bücher reine Fiktion seien, hat Peter Pachel in einem Interview mit Radio Kreta einmal gesagt: „Es ist eine Mischung, aber es steckt sehr viel selbst Erlebtes in den Büchern, was schon zu wilden Spekulationen geführt hat. Ich kann am besten über selbst gemachte Erfahrungen schreiben, die dann mit einer Portion Fiktion und natürlich auch autobiografischen Passagen gemischt werden.“

Und so ist man nach der Lektüre von „Griechisches Gift“ gespannt auf Katharina Waldmanns dritten Fall.

Peter Pachel: Griechisches Gift, Roman, Übersetzung: Herbert Speckner, 250 Seiten, Verlag: Grössenwahn Verlag Auflage 1: 06.03.2015, Sprache: Deutsch, ISBN-13: 978-3-95771-035-2, e-ISBN: 978-3-95771-036-9.