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Drosostalides - “Hommage an Vasilis Tsitsanis - sein Leben und Werk“

  390 Wörter 1 Minute
2017-08-02 2017-08-02 02.08.2017 195 × gelesen

Am 30.03.2012 konnte das Publikum im Stuttgarter DGB-Haus eine ganz besondere Darbietung genießen: Das griechische Ensemble Drosostalides präsentierte eine “Hommage an Vasilis Tsitsanis - sein Leben und Werk“.

Die sieben Musiker hatten sich an die schwierige Aufgabe gemacht, Leben und Werk des für die griechische Musik so bedeutenden Rembetiko-Komponisten und Bouzouki-Spielers Vasilis Tsitsanis (1915 - 1984) einem breiteren, auch nichtgriechischen Publikum vorzustellen. Sonst ist es eher im Bereich der klassischen Musik üblich und beliebt, sogenannte Gesprächskonzerte durchzuführen. Im Rahmen von Konzerten mit griechischer Musik jedoch ein Novum und ein gewagtes Experiment. Wobei das Wort “Gesprächskonzert” eigentlich eine Untertreibung ist. Denn die “Hommage an Vasilis Tsitsanis” ist eher eine Multimedia-Show. Drosostalides präsentierte auf einer großen, hinter den Musikern angebrachten Leinwand eine, mit ungeheurem Fleiß zusammengesuchte, große Fülle an historischen Ton-, Bild- und Filmdokumenten. Da gab es viele Fotos sowohl von Tsitsanis als auch von Originalnoten seiner Werke zu sehen. 

Die Sängerin Sevi Filipidou und der Sänger Pavlos Zisakos lasen abwechselnd kurze Texte über die Stationen in Tsitsanis’ Leben in griechischer Sprache. Sehr hilfreich für die deutschen Zuschauer war es, dass, neben den Text ergänzenden Ton- und Bilddokumenten, auf der Leinwand simultan dazu auch die deutsche Übersetzung zu lesen war.

So erfuhren die zahlreich erschienenen interessierten Zuhörer, wie Vasilis Tsitsanis die Rembetiko-Musik weiterentwickelte und entscheidend prägte. Seine zahlreichen Lieder, die er stets als Ganzes schuf, als Einheit von Musik und Text, ließen kein Thema des menschlichen Lebens aus; die Sorgen und Freuden des Alltags der einfachen griechischen Bevölkerung, die Liebe, der Schmerz und der Tod, aber auch politische Ereignisse wurden von Tsitsanis in seinen Liedern dargestellt und verarbeitet. Dabei schaffte der Komponist es immer wieder, selbst die tragischsten Inhalte in fast  verspielte Melodien  zu gießen. 

Unvergessliche Melodien, mit denen es Vasilis Tsitsanis gelang, die vorher in manchen Teilen der griechischen Bevölkerung verpönte Rembetikomusik gesellschaftsfähig zu machen. 

Zwischen den Textbeiträgen spielten die Musiker von Drosostalides der jeweils besprochenen Zeit entsprechende, ausgesuchte Werke von Tsitsanis. Hätte Tsitsanis, der Meister im Bouzouki-Spiel, selbst anwesend sein können, er hätte bestimmt seine Freude gehabt an Giorgos Konstantis’ virtuoser Interpretation von Tstitsanis’ legendären Bouzouki-Einleitungen und am einfühlsamen Gesang der Sängerin Sevi Filipidou und des Sängers Pavlos Zisakos. Harmonisch ergänzend dazu das Baglamaspiel und die Percussion von Vangelis Dimopoulos, die warmen Klänge das Akkordeons von Giorgos Bakalidis, die Gitarre von Zissis Ziantidis und der Bass von Nikos Hatzis - ein wahrer “Ohrenschmaus”!