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Vollständige Retrospektive auf das Werk von Constantine Giannaris

2017-04-23 2017-04-23 23.04.2017 185 × gelesen 2 Minuten

Auch in seiner 52. Ausgabe bleibt das Internationale Filmfestival Thessaloniki seiner Linie treu und setzt auf Qualität – der Krise zum Trotz.

Am 4. November 2011 wird sich im Olympion Filmtheater am Aristoteles-Platz zum 52. Mal der Vorhang des Filmfestivals Thessaloniki lichten. Dimitris Eipides, der nach dem kostspieligen fünfjährigen Intermezzo von Despina Mouzaki kurz vor seinem 2. Festival als Künstlerischer Direktor steht, hat in der letzten Woche auf einer Pressekonferenz das diesjährige Programm vorgestellt. Eröffnet wird das Festival mit dem neuen Film „The Descendents“ (Die Nachfahren) des US-Amerikaners Alexander Payne. Payne ist schon des Öfteren in Thessaloniki gewesen, zuletzt mit der international sehr erfolgreichen Tragikomödie „Sideways“. Die Ikone des unabhängigen amerikanischen Kinos, Sara Driver, die unter anderem auch aus ihrer Zusammenarbeit mit Jim Jarmusch einem Weltpublikum bekannt ist, wird das Festival mit einem sechsteiligen Tribut ehren. In Thessaloniki wird auch der dänische Regisseur Ole Christian Madsen erwartet, der die international viel beachtete Neue Welle des dänischen Films maßgeblich mitbestimmt hat und dem das Festival eine aus sieben Filmen bestehende Retrospektive widmet. Mit weiteren umfassenden Filmschauen werden der provokante österreichische Filmemacher Ulrich Seidel und einer der wichtigsten Regisseure des jüngeren türkischen Kinos, Erden Kiral geehrt, die beide zum Festival anreisen werden. Schließlich wird das Festival das Werk des italienischen Regisseurs Paolo Sorrentino (u. a. Il Divo) würdigen. Der griechische Film wird unter anderem mit 20 aktuellen Produktionen vertreten sein, die in den verschiedenen Festivalsektionen (Internationaler Wettbewerb, Griechische Filme 2011, Griechische Kopruduktonen, Special Screenings und AGORA) gezeigt werden, wobei man sich nach „Akadimia Platonos“ , der unter dem Titel „Kleine Wunder in Athen“ auch in Deutschland mit Erfolg gelaufen ist, insbesondere auf den neuen Film des in Berlin ausgebildeten Regisseurs Filippos Tsitos „Adikos Kosmos“ (Ungerechte Welt) freuen darf. Dabei werden 12 dieser Filme auf dem Festival von Thessaloniki als Weltpremiere präsentiert werden.
Mit einer vollständigen Retrospektive seines filmischen Werks wird das Festival den griechischen Regisseur und Berlinale-Dauergast Constantine Giannaris ehren, einen der international angesehensten griechischen Regisseure der letzten zwei Jahrzehnte. Die Retrospektive wird nicht nur seine erfolgreichsten langen Spielfilm wie z. B. „Apo tin Akri tis Polis“ (Am Rande der Stadt, 1998) oder „Dekapentavgoustos“ (Ein Tag im August, 2001), die auf bedeutenden Festivals ausgezeichnet worden sind, umfassen, sondern auch seine ersten, zu Beginn der 1990er Jahre entstandenen, weitgehend unbekannten Kurzfilme. Auch der letzte Spielfilm von Giannaris, das Flüchtlingsdrama „Man at Sea“, das im Februar auf der letzten Berlinale uraufgeführt wurde, wird in einer neuen Schnittfassung in Thessaloniki zu sehen sein. Giannaris, ein engagierter Chronist der gesellschaftlichen Realität Griechenlands, beschäftigt sich in seinen Filmen immer wieder mit sozialen Minderheiten und behandelt Themen wie sexuelle Identität und Migration. Der griechische Regisseur, der vielen der zuletzt für internationale Furore sorgenden jungen Filmemacher – man denke etwa an Yorgos Lanthimos (Dogtooth/ Alpeis) oder Athina Rachel Tsangari (Attenberg) – als Vorbild gilt, wird während der gesamten Dauer des Festivals (4.-13.11.2011) vor Ort sein, da er auch in die fünfköpfige Internationale Jury unter dem Vorsitz des Kurators der Film- und Medienabteilung des New Yorker Museums of Modern Art, Mr. Laurence Kardish, berufen worden ist.
Im Offiziellen Wettbewerb, an dem nur erste oder zweite Filme weniger bekannter Regisseure bzw. Regisseurinnen teilnehmen dürfen, konkurrieren in diesem Jahr 15 Filme aus 13 Ländern um den mit 20.000 Euro dotierten Goldenen Alexander und die weiteren Preise des Festivals.
Insgesamt ist es Dimitris Eipides und seinem Team trotz eingeschränkter finanzieller Möglichkeiten gelungen, ein vielversprechendes Programm zusammenzustellen, bei dem der unabhängige internationale Film wie schon im letzten Jahr im Fokus stehen wird. Das kinobegeisterte Publikum von Thessaloniki darf sich auf ein weiteres großes Filmfest freuen.

Weitere Informationen: www.filmfestival.gr

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