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31. Internationales Filmfestival Istanbul (31.03.-15.04.2012)

  453 Wörter 2 Minuten
2017-04-23 2017-04-23 23.04.2017 231 × gelesen

„Was ist los in Griechenland?“

… fragen sich angesichts der gegenwärtigen Situation des Landes und der umstrittenen Krisenlösungsmaßnahmen von EU, IWF und griechischer Regierung zurzeit sicherlich viele Menschen dies- und jenseits der griechischen Grenzen. Weniger aus Sorge um die Zukunft Griechenlands, sondern vielmehr vor dem Hintergrund der erstaunlichen Erfolgsstory des griechischen Films in den letzten Jahren stellt sich diese Frage seit letztem Wochenende auch das Internationale Filmfestival von Istanbul, das in seiner 31. Edition unter dem Titel „What’s happening in Greece?“ einen Programmschwerpunkt auf das junge griechische Kino setzt. Zudem ehrt das Festival den im Januar verstorbenen griechischen Filmregisseur Theo Angelopoulos.

Das alljährlich in der ersten Aprilhälfte stattfindende größte Filmfestival der Türkei befasst sich seit jeher mit den kinematographischen Entwicklungen in Griechenland und präsentiert seinem Publikum jedes Jahr Beispiele der aktuellen Kinoproduktion des westlichen Nachbarlandes. In seiner aktuellen Ausgabe gestaltet sich die Auseinandersetzung mit dem Filmland Griechenland sogar um Einiges intensiver: In einem fünfteiligen Fokus mit dem Titel „Was ist los in Griechenland?“ werden gleich fünf aktuelle griechische Produktionen gezeigt. Zur Begründung für diesen Griechenland-Schwerpunkt heißt es im Festivalkatalog: „Seit einigen Jahren machen griechische Filme mit einer unkonventionellen und innovativen Erzählstruktur, Themensetzung und Form auf sich aufmerksam und sorgen international für Aufsehen. (…) Vielleicht kann man in ihnen gar künstlerische Antizipationen sowohl der ökonomischen Krise als auch des teilweise gewalttätigen sozialen Widerstands sehen, der diese auf den Straßen Griechenlands begleitet. In der Hoffnung, Antworten auf die Frage „Was ist los in Griechenland?“ zu liefern, werden die jüngsten Werke dieser starken Generation griechischer Filmemacher in einer eigenen Sektion zusammengefasst und dem Publikum in Istanbul präsentiert.“ Die fünf Filme, die das Festival im Rahmen seines Griechenland-Schwerpunkts zeigt, sind im Einzelnen: „Adikos Kosmos“ (Ungerechte Welt) von Filippos Tsitos, der auf dem Filmfestival von San Sebastian mit den Preisen für die Beste Regie und den Besten Schauspieler (Antonis Kafetzopoulos) ausgezeichnet wurde, der auf dem Filmfestival von Venedig mit dem Preis für das Beste Drehbuch dekorierte „Alpis“ (Alpen) von Yorgos Lanthimos, das bereits in Sundance und Rotterdam vielbeachtete Filmdebüt von Babis Makridis „L“, der im Wettbewerb der Berlinale uraufgeführte „Meteora“ von Spyros Stathoulopoulos und schließlich der mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilm „Proti Yli“ (Rohstoff) von Christos Karakepelis. Zudem lädt das Festival am kommenden Sonntag zu einer Podiumsdiskussion ein, bei der unter anderen Yorgos Lanthimos und sein Drehbuchautor Efthymios Filippou über den jüngsten Aufschwung des griechischen Kinos und die formellen und inhaltlichen Unterschiede der aktuellen griechischen Filme und dem so genannten „Neuen Griechischen Kino“ der 1970er und 1980er Jahre diskutieren werden. Den vor kurzem verstorbenen Theo Angelopoloulos ehrt das Festival schließlich in seiner Sektion „In Memoriam“ mit der Sondervorführung des Meisterwerks „O Thiassos“ (Die Wanderschauspieler) aus dem Jahre 1975.

Weitere Informationen zum bis 15. April dauernden 31. Internationalen Filmfestival Istanbul siehe unter: www.iksv.com

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