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Die Korais-Bibliothek von Chios

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2017-04-23 2017-04-23 23.04.2017 293 × gelesen

Die Korais-Bibliothek von Chios ist die bedeutendste Kreisbibliothek Griechenlands. Gegründet wurde sie vom Aufsichtsrat der Orthodoxen Schule von Chios und anfänglich fungierte sie als Nebenstelle der altbekannten Schule von Chios (1792). Den Anstoß zum Bau der Bibliothek gab Adamantios Korais (1748 – 1833), der große griechische Gelehrte, der ein umfangreiches schriftstellerisches Werk hinterließ und nach dem die Bibliothek mit Erhalt ihrer Unabhängigkeit auch benannt wurde (1928). Die erste Bibliothek wurde bei der Schlacht von Chios im Jahr 1822 vollständig zerstört und erst wieder aufgebaut als das Gymnasium von Chios im Jahr 1839 wieder in Betrieb genommen wurde.
Den Grundstock der Bibliothek bilden die Bücher und Handschriften von Korais. Im Jahr 1858 wurde kam die Sammlung von I.M. Andreadis hinzu und auch viele einheimische Gelehrte schenkten ihr im Laufe der Zeit eine nicht unbedeutende Anzahl von Büchern. Nennenswert ist hier erneut eine Schenkung der Familie Argentis (Bücher, Bilder, Kartenmaterial und weitere Kleinode).
Heute verfügt die Bibliothek Koais über mehr als hundertfünfzigtausend Werke unter denen sich bedeutende Inkunabeln und seltene Ausgaben befinden. Darüber hinaus finden sich großartige Handschriften, Gesetzesbücher, Karten, Ikonen, Pläne, Fotos und ein Zeitungs- und Zeitschriftenarchiv. In gesonderten Räumlichkeiten wird die Gemäldesammlung der Familie Argentis ausgestellt.
Die zeitgenössische Bibliothek ist eine öffentliche Einrichtung und wird ständig um Bücher und andere Kulturgüter erweitert. Zum Teil handelt es sich hier um Schenkungen von Privatpersonen, aber auch öffentliche Mittel werden zur Finanzierung eingesetzt. So stehen Wissenschaftlern, Lesern und zahlreichen Besuchern ein Lesesaal, eine Bücherei, eine mobile Ausleihe, ein Völkerkundemuseum und eine Pinakothek zur Verfügung.
Das Völkerkundemuseum und die Pinakothek bestehen vornehmlich aus den Privatsammlungen von Philippos Pand. Argentis. Dieser gründete 1932 „Argentis-Verein“, um das volkskundliche und historische Material von Chios (eine Sammlung historischer Kleinode, Trachten usw.) zu verbreiten. 1937 wurde in der Aula des Gymnasiums von Chios das „Ethnologische Museum“ eingeweiht, das seither ständig um Schenkungen und Käufe von Ph. Argentis bereichert wurde. Daher beschloss der Gründer des Völkerkundemuseums das Gebäude der Bibliothek zu erweitern und ihm eine weitere Etage hinzuzufügen. Auf diese Weise konnten die Volkskundesammlung und die Landschaftsbilder von Chios, die der Gründer selbst geschenkt hatte, unter einem Dach beherbergt werden. 1962 wurden die neuen Räumlichkeiten eingeweiht.
Seit dem Tode von Ph. Argentis im Jahr 1974 hat sein Sohn, Pantelis PH. Argentis dem Museum weitere Bücher und Bilder geschenkt, so dass es zu dem wurde, was wir heute bewundern können.

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