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Nikos Skalkottas – Das unerkannte Genie?

  841 Wörter 3 Minuten
2017-02-02 2017-02-02 02.02.2017 487 × gelesen

Seine ausdrucksvolle, klanglich und rhythmisch charakteristische Tonsprache, die gelegentlich auch folkloristische Elemente verarbeitet, basiert auf einer eigenständigen Weiterentwicklung der zwölftönigen Reihentechnik. Er schrieb Orchester-, Kammer- und Klaviermusik, Ballette, Bühnenmusiken, Chorwerke und Lieder.
 Sein bekanntestes Werk „36 Griechische Tänze“ machte ihn schon in seiner griechischen Heimat 1936 bekannt, die meisten seiner Werke blieben aber unveröffentlicht.

Die skandinavische Produktionsfirma BIS, die sich die Aufnahme des Gesamtwerkes des Komponisten zum Ziel gesetzt hat, wurde in diesem Jahr von der „Deutschen Schallplattenkritik – Bestenliste“ mit einem Preis ausgezeichnet, eben für ein bestimmtes Werk von Nikos Skalkottas: „Klavierkonzert Nr. 3“ und die Ballettmusik „The Gnomes“. Solist ist der Holländer Geoffrey Douglas Madge. Das Caput Ensemble dirigiert Nikos Christodoulou.

Erst in den letzten fünf Jahren, seit den Veröffentlichung der Werke Skalkottas´ durch BIS, beschäftigen sich die griechischen Musikwissenschaftler mit seinen Kompositionen und stellen Fragen an die Geschichte und Persönlichkeit des Künstlers.
Anläßlich seines 100. Todestages widmete ihm die renommierte Tageszeitung „Kathimerini“ eine Wochenendbeilage, die Leben und Werk des Komponisten vorstellt und anhand von Archivmaterial der Familie Skalkottas es zu beleuchten versucht.

Als eine „führende Gestalt der griechischen Musik“, neben Manolis Kalomiris, dem Gründer der „Modernen Nationalen Schule“ in Athen, schreibt über Skalkottas Jason Dimitriades im Jahr 1997, nach Erscheinen des „Violin Concerto, Largo Sinfonico und 7 Greek Dances“ bei BIS mit dem „Malmö Symphony Orchestra“ unter Leitung von Nikos Christodoulou. Dimitriades führt aus: „Skalkottas und Dimitri Mitropoulos (der später als Dirigent Weltruhm erlangte), begannen in den 20er Jahren als erste griechische Komponisten, sich der Atonalität und des Zwölftonsystems zu bedienen“.

Nikos Skalkottas wurde 1904 in Chalkis geboren, als Kind einer musikalischen Familie, die im Jahr 1909 nach Athen übersiedelte. Mit fünf Jahren nahm er Violinunterricht bei seinem Onkel. Später studierte er bei Tony Schulze am Athener Konservatorium, das er 1920 mit einem brillanten Abschluß verließ. Ein Stipendium der Averoff Foundation ermöglichte ihm ein Studium in Berlin, wo er bei Willy Hess seine Violinstudien fortsetzte. 1923 gab er die Karriere eines Violinvirtuosen auf und wandte sich dem Komponieren zu. Er studierte bei Paul Juon, Kurt Weill und Philipp Jarnach. 1925 komponierte er sein erstes Meisterwerk, die „Sonate für Solovioline“. Eine Unterstützung der „Benakis Foundation“ ab 1927 erlaubte es ihm, bis 1930 bei Arnold Schönberg zu studieren.
Während seiner Berliner Jahre lebte er mit seiner Violinistenkollegin, Mathilde Temko, zusammen. Sie bekamen zwei Kinder, von denen nur das zweite, ein Mädchen, überlebte.
Ab Sommer 1931 verschlechterte sich seine Situation. Er trennte sich von Mathilde, und löste aus unbekanntem Grund seine Beziehungen zu Schönberg, der ihn sehr schätzte.
Im Mai 1933 reiste Skalkottas nach Athen, um dort einige Monate zu verbringen. Aber er konnte das Land nicht verlassen, weil sein Pass nicht verlängert wurde, schreibt Christophe Sirodeau, Musiker und Komponist aus Paris, der bei der Aufnahme der CD „Concerto for Two Violins, Musik for Wind Instruments & Piano“ bei BIS im Jahr 2002 mitwirkte.
In Griechenland entdeckte er erneut die Volksmusik, die ihn zu seinen berühmten „36 Griechische Tänze“ inspirierten, und ihm den ersten wichtigen Erfolg in seiner Heimat verschafften.
Zu seinen Lebzeiten wurden von seinen Kompositionen nur einige wenige aufgeführt, vor allem zwei Ballette. Seinen Lebensunterhalt mußte er als Geiger in Athener Orchestern verdienen. Er lebte isoliert und zurückgezogen.
In den Jahren 1935 bis 1945 komponierte er den Hauptteil seines umfangreichen Oeuvres, das zahlreiche Gattungen umfasst und sein eigenes multiserielles Zwölftonsystem zugrunde legt. Das sei der Fall bei der „Zweiten Symphonischen Suite“ in sechs Sätzen, die 75 Minuten dauert und eines seiner vorzüglichsten Werke sei, behauptet Sirodeau.
Im Mai 1944 wurde Skalkottas von den nationalsozialistischen Besatzern für mehrere Monate im Haidari-Lager eingekerkert. 1946 heiratete er die Pianistin Maria Pangali, mit der er zwei Söhne hatte. Vor der Geburt des zweiten Kindes starb er am 19. September 1949 unerwartet, im Alter von 45 Jahren.
Zu diesem Zeitpunkt war Skalkottas als Komponist so gut wie unbekannt, unveröffentlicht und ungespielt.

Trotz seines kurzen Lebens komponierte Nikos Skalkottas zahlreiche Werke: Zwei große symphonische Suiten, die symphonische Ouvertüre „Die Rückkehr des Odysseus“, acht Konzerte, Klassische Symphonie für Bläser, Sinfonietta, symphonische Tänze, Tanzsuiten, Ballette. Dazu Werke für Streich- und Blasorchester, Streichquartette, verschiedene Kammer- und Solowerke und Theatermusik.
Jason Dimitriades konstatiert 1997 in seiner Biographie über den Komponisten: „Skalkottas´ Ruhm basiert vor allem auf seinen dodekaphonischen und atonalen Werken“. Er sei das einzigartige Beispiel eines Komponisten, der gleichzeitig und abwechselnd in tonaler und atonaler Sprache arbeitete. Er habe sämtliche stilistische Tendenzen des 20. Jahrhunderts erforscht und verwendet: nicht serielle Atonalität, Zwölftonsystem, dazu fortgeschrittene Tonalität mit folkloristischen Elementen und neoklassizistische Tonalität.
Wie Béla Bartók, erforschte auch Skalkottas systematisch die griechische Volksmusik und Volkslieder. Zu seinen tonalen Werken mit folkloristischen Elementen gehören die „36 Griechische Tänze“.
Nach Einschätzung des Musikwissenschaftlers Kostis Demertzis (Aufnahme mit dem New Hellenic Quartet, „String Quartets No.3 & No. 4, BIS) bewahrt der Komponist immer seinen eigenen Stil. Auch bei der Zwölftontechnik setzt er „seine persönliche tonale Idiome“ ein. So seien seine Werke durch hohes kompositorisches Niveau und „genuine Originalität“ gekennzeichnet.
Demertzis stellt die Behauptung auf: Skalkottas´ Werke sichern ihm einen Platz unter den größten Komponisten des 20. Jahrhunderts und unzweifelhaft den Titel des größten griechischen Komponisten.

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