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WELTMEISTER MERCEDES BENZ 240D - Siegerkranz für ein TAXI

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2020-08-31 2020-08-31 31.08.2020

Wenige Wochen nach dem Ende der Olympischen Spiele in Athen wurde noch einmal ein Olivenkranz überreicht. Der Schauplatz dieser Siegerehrung war aber nicht die Olympiastadt Athen, sondern das Mercedes-Benz-Museum in der schwäbischen Metropole Stuttgart.
Man könnte den “Sportler”, der sich die Lorbeeren erkämpft hatte, als eine Art Marathonläufer der Superlative bezeichnen, denn er hatte die fast unglaubliche Strecke von 4,6 Millionen Kilometern zurückgelegt.
Wie kam es zu dieser doch etwas ungewöhnlichen Siegerehrung und, vor allem, wer war der Läufer?
Der Auslöser war ein Dank- und Entschuldigungsbrief, geschrieben von dem griechischen Taxifahrer Grigoris Sachinidis. Er hatte nämlich schweren Herzens seinen Mercedes Benz 240D aus dem Verkehr ziehen müssen.
Der Wagen lief noch völlig problemlos, aber die griechische Regierung ließ in Zusammenhang mit den Olympischen Spielen aus Gründen der Luftreinhaltung alte Taxis ausmustern.
Nun bedankte sich Herr Sachinidis beim Vorstandsmitglied der Daimler Chrysler AG Prof. Jürgen Hubbert für die allzeit guten Dienste seines Wagens und entschuldigte sich gleichzeitig, weil er aus finanziellen Gründen seiner Lieblingsautomarke untreu werden musste.
Mit dieser enormen Laufleistung von 4,6 Millionen Kilometern ist der “Strich-Acht” von Herrn Sachinidis der Mercedes-Benz mit der derzeit höchsten bekannten Kilometerleistung und wird nun, nachdem ihm der Olivenkranz auf die Motorhaube gelegt wurde, im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart ausgestellt.
Grigoris Sachinidis lebte und arbeitete von 1963 bis 1978 in Deutschland. Seit seiner Rückkehr in die Heimat arbeitet er als Taxifahrer in Thessaloniki. Seinen Mercedes Benz 240D kaufte er 1981 in Waiblingen bei Stuttgart. Damals war das Fahrzeug 4 Jahre alt und hatte bereits 220.000 km auf dem Tacho, eine Kleinigkeit angesichts der 4,4 Millionen Kilometer, die noch vor ihm lagen.
In und um Thessaloniki fuhr Herr Sachinidis rund um die Uhr mit seinem Taxi. Politiker, Schauspieler, populäre Sänger, deutsche Touristen hat er chauffiert. Im Jahr 1983 wurde der 240D die Hochzeitskutsche des Taxifahrers.
Der Mercedes war aber auch als Lebensretter im Einsatz, als Herr Sachinidis gleich neun frierende Fabrikarbeiterinnen sicher durch ein Schneegestöber nach Hause kutschierte oder bei den fast vierhundert Rotkreuz-Medikamententransporten, die er während der Balkankrise nach Belgrad begleitete.
Außerdem gab es achtzig Fahrten nach Bulgarien, neun in die Türkei, vier nach Berlin und drei nach Stuttgart.
Außer dem Originalmotor besaß Herr Sachinidis noch zwei Austauschaggregate. Insgesamt wurde der Motor elf Mal gewechselt, doch wurde nur jeweils einer der überholten Austauschmotoren eingebaut.
46 Mal hat Herr Sachinidis die Tachowalze auf Null gestellt, doch hatte er in all der Zeit keine einzige nennenswerte Panne zu beklagen. Kein Wunder, dass ihm sein “sicherer Panzer” ans Herz gewachsen war und er sich nur sehr ungern davon trennte.
Doch als er erfuhr, dass sein treuer “Strich- Achter” als Ausstellungsstück zu Ehren kommen sollte, schenkte er ihn kurzerhand dem Mercedes-Benz-Museum. Bei der feierlichen Zeremonie und Kürung seines 240D zum “Weltmeister” war Grigoris Sachinidis mit seiner Frau anwesend und erlebte zum Schluss noch eine große Überraschung:
Alexander Paufler, Präsident von Mercedes-Benz Hellas überreichte dem begeisterten Taxifahrer den Schlüssel für einen nagelneuen C 200 CDI.

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