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Fokiano, Koudouro und Begleri: Der Weinclub des Georgios Karimalis auf Ikaria

2017-04-12 2017-08-02 12.04.2017 321 × gelesen 2 Minuten

Es ist mit Sicherheit eines der schönsten Weingüter dieser Welt. Es ist, was für Spitzenweine griechischer Herkunft bis heute keine Selbstverständlichkeit ist, voll für den biologischen Anbau zertifiziert. Das kann man hier sehen, riechen, schmecken und fühlen. Es ist klein – aber fein. Lediglich 20.000 Flaschen im Jahr produzieren Eleni und Georgios Karimalis auf 50.000 qm felsigem und steilem Gebirgsuntergrund mit nur einer leichten Auflage fruchtbarer und mineralstoffreicher Böden. Etwa 60% der Trauben bringen einen weltweit einmaligen Rotwein hervor, denn zwei der drei angepflanzten Rebstöcke, Koudoro und Fokiano wachsen nur hier auf Ikaria, rund um das idyllische Gebirgsdörfchen Pigi. Zumeist fügt der Weinbauer den Roten noch ein wenig Reteno-Trauben hinzu, die auch auf der benachbarten Weininsel Samos heimisch sind, um Aromen und Geschmacksvarianten voll zu entwickeln. Karimalis´ Weißweine hingegen entstammen der lokalen Variante des Begleri-Weinstocks.

Der Winzer ist ein Visionär, alles hier ist authentisch. Karimalis legt großen Wert darauf, in diesen unsicheren Zeiten völlig autark zu sein. Wenngleich die Weingärten naturgemäß in der Mehrheit mit Rebstöcken bestellt sind, so finden sich doch immer wieder Nischen, die mit alten Oliven- und seltenen Feigen-, wilden Kirsch- und Aprikosenbäumen oder rankenden Kiwibüschen bestellt sind. Kleine Getreidefelder sind so geschickt in die Umgebung eingestreut, dass sie kaum auffallen, aber die Frucht für’s selbst gebackene Bauernbrot liefern. Ein paar Bergziegen und Schafe fressen da die Vegetation ab, wo sie nicht so dicht gebraucht wird und liefern dafür Milch und einen vorzüglichen Käse. Selbstverständlich hat das Gut eine eigene Quelle, auch dies ist hervorzuheben, obwohl in der oftmals unberührten Natur Ikarias ohnehin kein Mangel an frischem und klarem Trinkwasser besteht. Pure Natur also, zu der auch Schildkröten und zahlreiche Schlangen auf dem Gelände gehören. Der Patron liebt die Schlangen und weist immer wieder darauf
hin, dass bis heute auf der ganzen Insel noch nie eine Giftschlange ausgemacht wurde. Außerhalb der Gutsparzellen ein Blumenmeer, ein kleines Paradies also, von denen es auf dieser Welt nicht mehr allzu viele gibt.

Ökologisch angebauter Wein, biologisch aufgezogene Früchte – da muss es dann auch eine besondere Küche geben. Dies inspiriert die weiblichen Mitglieder der Familie Kochkurse zu geben. Die Kochschüler lernen hier die leichte mediterrane Küche mit dem unverwechselbar eigenen Stil Ikarias mit neuen Rezepten – zumeist vegetarisch - und den Segnungen des rein organischen Anbaus zu verbinden. Damit diese Küche auch vor Ort genossen werden kann, ist derzeit das Traditional Farmhouse Restaurant im Aufbau und wird wohl bis 2013 fertiggestellt sein. Schon der aus alten Steinen gemauerte Ofen im Außenbereich der Taverne ist eine Sensation. Er ist von „Null auf Hundert“ in wenigen Minuten aufgeheizt und ist so gut isoliert, dass die Wärmeenergie nicht ungenutzt verloren gehen kann. Der Gast schaut bei der Zubereitung der frischen Mahlzeiten zu, muss aber einen Tag im Voraus reservieren, damit seine speziellen Wünsche entsprechend berücksichtigt werden können. Eine Null-Acht-Fünfzehn-Speise-Karte wird es hier nicht geben.

In zwei historischen, zwischen 120 und 500 Jahre alten Steinhäusern können kleine Gruppen von Gästen auch übernachten und ganzjährig ihren Urlaub verbringen. Von außen alt – von innen mit allem modernen Luxus ausgestattet – das ist hier die Devise der Karimalis-Familie. Drei Räume hat jedes Haus, natürlich mit separater Toilette, Dusche und Bad. Im Erdgeschoss der große kombinierte Küchen- und Wohnraumkomplex, in dem es aber von Weinglas-Serien über handbemaltes, vielfältiges Geschirr, Kühltruhe, hochmodernem Elektroherd bis hin zum Geschirrspüler an gar nichts fehlt. Jedes Haus hat einen eigenen kleinen Blumengarten und bei der Komplettrenovierung hat Georgios mit Absicht kleine Baufehler vergangener Jahrhunderte, wie etwa ein wenig vorstehende Steine im Mauerwerk, eingebaut. Berühmt sind die Aussichten von hier auf’s ägäische Meer mit dem freien Blick auf die phantastischen Sonnenuntergänge.

Zurück nun aber zum Wein. Karimalis Ruf und der seiner edlen Tropfen ist bereits bis nach Amerika vorgedrungen, hat doch erst im Juli die renommierte New York Times über das Weingut berichtet. Die Vinifizierung erfolgt mit modernstem Equipment, hiernach reifen alle Rotweine ein ganzes Jahr im Barrique, ehe sie auf Flaschen aufgezogen werden. Wir haben probiert: Die Noten dunkelroter Früchte wie Kirsche und Brombeeren werden nicht vom Eichenholz der Barriquefässer überlagert, kräftige, reife Tanninkörper sind ebenso erspürbar wir ein dezenter Hauch von Vanille. Zu reifem Hartkäse, zu Pasta und rotem Fleisch sind die Weine ein sehr angenehmer Begleiter, serviert bei etwa 18°C. Die Weißen würde man hier in Deutschland wohl als „Frühlings- und Sommerweine“ anpreisen. Der ausbalancierte Geschmack von Zitrus- und Pfirsichfrüchten zeigt sich bei etwa 12°C als ein besonderer Essensbegleiter zu Fisch und Geflügel, als Aperitif darf er aber gerne noch etwas kühler serviert werden.

Zum Weingut und „Wein-Club“ in Pigi gehört auch eine „Weinschule bzw. –schulung“. Hier gibt Georgios Karimalis sein großes, gesammeltes Wissen weiter. Es reicht von der Basis des Wein machens hin zu seiner Originalität, wir Deutschen würden vielleicht sagen „von der Pike auf“. Die verschiedenen Traubensorten der Insel werden kennen gelernt und Stil und Richtung der daraus hergestellten Weine. Intensiv wird der Eleve mit den vielfältigen Möglichkeiten des „Weintastings“ vertraut gemacht und erlernt auch die hier verwendeten Vokabularien.

Unser Gesamturteil: Das Weingut ist (noch) ein absoluter Geheim- Tipp. Soviel Leistung und Qualität kann auch nicht billig sein. Doch ist – im Vergleich mit weit weniger qualitativ - hochrangigen Weinerzeugern Griechenlands – das Preis-/Leistungsverhältnis aller Angebote von Eleni und Georgios Karimalis ebenfalls ganz ausgezeichnet!

11 Bilder für das Keyword Karimalis Ikaria gefunden.

Weingut Karimalis, Ikaria The winery, the organic farm and the agrotourist unit were set up by George Karimalis and his wife Eleni. Dimitrios Pergialis
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Weingut Karimalis, Ikaria The winery, the organic farm and the agrotourist unit were set up by George Karimalis and his wife Eleni. Sahar F. Kratz
Weingut Karimalis, Ikaria The winery, the organic farm and the agrotourist unit were set up by George Karimalis and his wife Eleni. Dimitrios Pergialis
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