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Die grüne Minze

2016-08-19 2017-04-24 19.08.2016 1.670 × gelesen 1 Minute

Persephone tobte vor Wut. Schon wieder hatte ihr Mann einer strahlenden jungen Schönheit nachgestellt. Wehe, wenn ich dich erwische… dachte Persephone und hetzte hinter ihr her. In die Enge getrieben, konnte sie sie packen und zerriss sie voller Eifersucht in tausend kleine Stücke. Das war Minte, ein Nymphlein. Pluto eilte zu spät herbei. Für seine Geliebte gab es keine Rettung mehr! Zum Troste konnte er nur Pflänzchen sprießen lassen aus all den vielen Teilen. Diese sollten ihn mit ihrem wunderbaren frischen Duft immer an seine Minte erinnern. So erzählt es uns die Mythologie.
Persephone war nun zwar auf den ersten Blick ihre Rivalin los, aber in transformierter Form war Minte viel hartnäckiger.
So viele Teile es gab, beinahe so viele Unterarten von Minze gibt es, und überall erscheint sie immer wieder neu, breitet sich aus mit ihren weitläufigen Trieben und lässt nicht locker.
Zur Freude der griechischen Küche! Überall taucht sie auch da auf:
Minze in den mit Reis gefüllten Tomaten und Paprikas, Minze in Hackfleischbällchen, Minze in den Dolmadákia, in Teigwaren und Salaten, in Soßen und sogar im Schokoladenkuchen. Minze überall!
Die Grüne Minze, übrigens auch Krause Minze „Mentha spicata“ genannt, wird von den Griechinnen und Griechen heiß geliebt. In jedem Garten mit einem Schattenplätzchen ist sie zuhause, griffbereit und immer frisch für die delikatesten Speisen.
Ihr ätherisches Öl findet sich in Zahnpasten, Mundwassern und vor allem in Kaugummis wieder, bekannt als „Spearmint Oil“. Es enthält kein Menthol wie z.B. die Pfefferminze oder die Ackerminze, so dass die Grüne Minze jederzeit auch während einer homöopathischen Therapie genossen werden kann.
Interessanter Weise wird diese Minze „Dyósmos“ genannt. Den Namen „Ménta“ dagegen trägt nur die Poleiminze, „Mentha pulegium“. Wild wachsend liebt sie feuchte Stellen, um zu gedeihen. Während ihrer Blütezeit aber braucht sie einen trockenen Boden und volle Sonne, damit sich ihr intensiver, ganz charakteristischer Geruch entfalten kann. Wer einmal über ein Feld gewandert ist, auf dem Poleiminze wächst, wird es nie wieder vergessen. Durch die leiseste Berührung dieser kleinen Pflanze, sei es durch den Flügelschlag eines Schmetterlings, der sich gerade auf ihr niedergelassen hat, sei es durch die eigenen Füße, werden ganze Duftwolken frei. In der schweren, heißen Sommerluft steigen sie auf und werden vom Wind davongetragen ...
In der Antike wurde das getrocknete Kraut dieser Minzeart, eben auf Grund ihres Aromas, gerne als Räucherwerk verwendet. Außerdem enthält die Poleiminze einen nicht ungefährlichen Wirkstoff, so dass sie damals als Abtreibungsmittel genutzt wurde.
Heute vertreibt sie nur noch Stechmücken.
Zurück zur freundlich, harmlosen Grünen Minze, die mit ihren zart lilafarbenen, rispenartigen Blüten und immergrünen Blättern eben jeden Garten bereichert und ganzjährig geerntet werden kann.
Als Tee getrunken, das wusste man schon zu Zeiten von Dioskurides, wirkt sie bei Magenkrämpfen, sollte einem einmal die Liebe Bauchweh bereiten…Muss man sich den Kopf zerbrechen über seinen Liebsten oder über seine Liebste, dann lindert Pfefferminzöl die Migräne…
Ach, wenn die Liebe doch einfach nur schön und unkompliziert wäre, und Pluto wäre seiner Persephone treu geblieben!
Aber gäbe es dann die wunderbare Vielfalt der Minzen?

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