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ISTHMIA - Archäologisches Museum

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2020-07-07 2020-07-07 07.07.2020

Das Museum befindet sich am Eingang zur Ausgrabungsstätte des um die Mitte des 7. Jhs. v. Chr. gegründeten Heiligtums der Isthmischen Poseidon. In der Nähe sind in der südwestlichen Ecke des Heiligtums Reste des ursprünglichen Stadions mit einer dreieckigen Startlinie entdeckt worden. Hier fanden in jedem zweiten Jahr die Isthmia statt, die nach den Olympischen Spielen und die Pythia von Delphi drittwichtigsten unter den panhellenischen Wettkämpfen.
In dem einräumigen einfachen Museum sind die Funde aus den verschiedenen Bauphasen des Poseidon-Tempels und der anderen Tempel des Heiligtums, der Wettkämpfe und diejenigen aus dem Hafenort Kenchreai ausgestellt. Aus diesem für die Wirtschaft der Stadt Korinth wichtigen Hafen stammt das in der opus-sectile-Technik gearbeitete Glasmosaik, das am Ende des Saales ausgestellt ist.
Im Vorraum sieht man neben einer Sima mit einem Löwenkopfwasserspeier, die vom ersten Neubau des Poseidon-Tempels um 460 v. Chr. stammt, drei weitere große Fundstücke aus römischer Zeit. Wie in Korinth, begann man 44 v. Chr. mit dem Wiederaufbau des Heiligtums, das von dem römischen Feldherrn Mummius 146 v. Chr. zerstört worden war.
Aus der neuen Blütezeit von Korinth und Isthmia unter römischer Herrschaft (2. Jh. n. Chr.) stammen die beiden Siegerstelen links im Vorraum sowie die Statue eines als Zeus dargestellten römischen Kaisers rechts neben der Sima.
Links im Hauptsaal sieht man ein Fragment eines archaischen Kouros aus Poros; neben ihm hängt eine Karte der weiteren Umgebung von Isthmia an der Wand. In der Vitrine darunter sind kleine Tongefäße und Fragmente von Wandmalereien von den Außenwänden des Poseidon-Tempels ausgestellt. Auf den drei Regalen der Vitrine rechts der Karte stehen Votive aus Ton und Bronze aus archaischer Zeit, die ebenfalls aus dem Tempel des Meeresgottes stammen.
Rechts der Vitrine ist in der Mitte des Saales ein ergänztes Perirrhanterion aufgestellt; in der Vitrine daneben sieht man Tongefäße, Obsidianstücke, Statuetten, Pyxiden, Lekythen und Lämpchen, die die Besiedlung der Umgebung seit prähistorischer Zeit bezeugen. Nahe der Rückseite der Vitrine sind Beigaben aus einem Männergrab des 5. Jhs. v. Chr. ausgestellt.
Auf derselben (rechten) Seite des Saales sieht man in der parallel zur Wand aufgestellten Vitrine Tonstatuetten, Matrizen für deren Herstellung Webgewichte und Tongefäße, darunter auch einige schwarz gefirnisste, die aus einer Weberei stammen.
Neben der auf die Ausgrabungsstätte blickenden Glastür sieht man eine römische Traufleiste und eine Vitrine mit Fundstücken aus römischer Zeit, darunter goldener Ohrschmuck, ein dem Poseidon geweihter Becher und Fragmente einer Inschrift.
Gegenüber dieser Vitrine ist eines der wichtigsten Fundstücke ausgestellt, das aus dem archaischen Poseidon-Tempel stammende Perirrhanterion aus lakonischem Marmor. Seine Schale besitzt einen Durchmesser von 1,20 m und wird von vier weiblichen, auf Löwen stehenden Gestalten getragen. Jede von ihnen packt mit der rechten Hand den Schwanz ihres Löwen und hält mit der linken die zum Halsband führende Leine. Neben den Köpfen der weiblichen Figuren sind insgesamt vier Widderköpfe ausgearbeitet.
In der Vitrine links neben dem Perirrhanterion sind Metallfunde aus archaischer Zeit ausgestellt, darunter fünf Bronzehelme, zwei von ihnen gehören dem Illyrischen Typus an und stammen aus der Zeit zwischen 720 und 550 v. Chr., ein dritter ist korinthischen (650-570 v. Chr.), und die beiden übrigen sind chalkidischen Typs (530-470 v. Chr.). Der Wangenschutz eines der letztgenannten ist mit Widderdarstellungen geschmückt.
In derselben Vitrine sieht man außerdem Griffe, Teile von Bronzegefäßen, Zirkel, einen bronzenen Lampenfuß und persische Goldmünzen (Dareiken).
Der überlebensgroße Torso der Amphitrite stammt von der Kultbildgruppe des Poseidon-Tempels des 2. Jhs. n. Chr., der in dieser Zeit, die auf der Zeichnung, die über den drei Amphoren an der Wand zu sehen ist, dargestellte Gestalt besessen hat. Es schließen sich drei im Winkel aufgestellte Vitrinen an, in denen man Kultobjekte aus dem Heiligtum von Isthmia sieht, die aus klassischer und römischer Zeit stammen, darunter die beiden Hände von der Marmorstatue eines Kithara-Spielers, Tonstatuetten, Tongefäße und Bauwerkzeuge; außerdem sind Stirnziegel, gestempelte Ziegel und Amphorenhenkel ausgestellt.
Die Nachbarvitrine birgt eine große Sammlung von Tonlämpchen. Sie sind wahrscheinlich bei den mystischen Kulten im Allerheiligsten des Tempels des Palaimon verwendet worden, der in römischer Zeit eingerichtet worden ist. Wie Pausanias berichtet, der Isthmia im 2. Jh. n. Chr. besucht hat, verfolgte der böotische König Athamas seine Gattin Ino und seinen Sohn Palaimon, die von den skirotischen Felsen (bei den heutigen Megara) ins Meer stürzten und ertranken. Ein Delphin trug den Leichnam des Knaben an die Küste, wo ihn der mythische König von Korinth, Sisyphos, fand und zu seinem Andenken die isthmischen Spiele begründete.
Gegenüber dieser Vitrine sind zwei panathenäische Amphoren ausgestellt und in der Vitrine dahinter neben einigen Waffenspitzen vor allem Gegenstände, die mit den Wettkämpfen in Zusammenhang stehen, wie die Gewichte aus Stein und Blei, die die Weitspringer in den Händen hielten, Aryballos der Öl enthalten hat, mit dem sich die Ringer vor Beginn des Kampfes einölten und das sie danach mit einem „Strigilis“ genannten Schaber, wie man ihn neben dem Aryballos sieht, wieder entfernten.
An der Wand über der Vitrine ist der Kopf eines Athleten angebracht, der einen Siegerkranz trägt, der von der heiligen Kiefer genommen wurde, die neben dem Altar des Poseidons wuchs.
Der übrige Teil des Museumssaales ist dem antiken Hafen Kenchreai gewidmet.
In der Vitrine links sind Tongefäße und Lämpchen aus klassischer, römischer und byzantinischer Zeit ausgestellt. Die zeichnerische Rekonstruktion der Hafenanlagen in dieser Vitrine illustriert das Erscheinungsbild des Hafens in römischer Zeit, und auf der Luftaufnahme erkennt man deutlich die beiden heute unter Wasser liegenden Molen des Hafenbeckens.
Auf der rechten Seite des Saales stehen zwei Vitrinen mit Teilen von Holzmöbeln und dünnen Elfenbeinplättchen aus dem 4. Jh. n. Chr., mit denen sie verkleidet waren. Bemerkenswert sind zwei Fragmente von einem Stuhl oder Pult in Form eines Delphins in der kleineren der beiden parallel zur Wand stehenden Vitrinen und die eindrucksvolle Holzwinde auf dem oberen Glasbord der größeren.
In der drittletzten Vitrine auf der linken Seite sind Gebrauchskeramik, Amphoren, Kosmetikgerät, Schmuck, Glasgefäße, Marmor- und Mosaikfragmente sowie Steine ausgestellt, aus denen die Mosaiksteinchen geschnitten wurden.
Die übrigen fünf Vitrinen im hinteren Saalbereich und eine weitere in der Mitte nehmen die bekanntesten, aus dem 4. Jh. n. Chr. stammenden Fundstücke aus der Hafenstadt auf, die in dieser Zeit von Handelsschiffen aus dem gesamten östlichen Mittelmeerraum angelaufen wurde.
Die 87 Bruchstücke der in der opus-sectile-Technik gearbeiteten Glasmosaiken sind 1964, in zwei Kästen liegend, auf dem Meeresgrund gefunden worden; sie stammen aus Ägypten und waren zur Dekoration der Wände der Säulenhalle des Isis-Heiligtums bestimmt. Sie waren aus undurchsichtigen farbigen Glasplatten in einer Technik zusammengefügt, die mit der Antike untergegangen ist.
Dargestellt sind Hafenszenen, Fischer, Schiffe, Vögel, Blumen, geometrische Ornamente und menschliche Gestalten, in denen zahlreiche Gelehrte berühmte Griechen, wie Homer und Platon erkennen.
Eine kleine Auswahl dieser einmaligen Sammlung ist ausgestellt; die über ihnen angebrachten farbigen Rekonstruktionszeichnungen vermitteln einen Eindruck vom ursprünglichen Aussehen der Kompositionen.
In der ersten Vitrine von links sieht man kleine Plättchen mit Darstellungen von Vögeln, Pflanzen und einer Flusslandschaft, die als Nillandschaft gedeutet wird, und in der Nachbarvitrine eine Hafenszene.
In den beiden rechts anschließenden Vitrinen sind zwei Abschnitte mit ornamentalen Kompositionen und das große Feld mit der Hafendarstellung ausgestellt.
In der großen menschlichen Darstellung in der Mitte des Saales erkennen zahlreiche Autoren die Gestalt des Platons und auf der Rückseite, die bisher noch nicht abgelöst werden konnte, diejenige des Homer.
Seit dem Jahr 1964, als die Fragmente von Robert Scranton, einem Mitglied der Amerikanischen Archäologischen Schule Athen, entdeckt worden sind, sind sie zahlreichen Restaurierungen unterzogen worden, deren Methoden nicht immer die geeignetsten gewesen sind, was darauf zurückzuführen ist, dass keine Erfahrungen für die Behandlung dieses Fundmaterials vorlagen, von dem sonst nur verschwindend wenige Fragmente ans Licht gekommen sind.
Vor einiger Zeit hat die Archäologische Zentralkommission beschlossen, eine neuerliche Restaurierung mit dem Ziel durchführen zu lassen, die übereinander liegenden Platten voneinander zu trennen, so dass beide in der Ausstellung präsentiert werden können.
Vom Kultusministerium ist 1999 der Anbau eines zweiten Saals angekündigt worden, der ganz dieser einmaligen Fundgruppe gewidmet sein wird.

Archäologisches Museum
Kyra-Vrysi Isthmias
20100 Isthmia, Korinthia

Copyright: Museen Griechenlands
Erevnites Edition
GR.OK.F.B.
M. Str.

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