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NAXOS - Die unvollendeten Kouroi - Anmerkungen zur naxischen Großplastik der archaischen Epoche

  4.549 Wörter 16 Minuten
2017-09-07 2017-09-07 07.09.2017 513 × gelesen

Bei der Beschäftigung mit der Skulptur der antiken Griechen und ihrer Entwicklung taucht sehr schnell die Frage auf, wann sich die griechische Skulptur von der Kleinplastik der Frühzeit zur Großplastik entwickelte und welchen Stellenwert in diesem Entstehungsprozess dabei die Inselgruppe der Kykladen hatte. Das Problem, wann in Griechenland die ersten großplastischen Werke entstanden sind, ist schnell gelöst, denn allgemein geht die Forschung davon aus, dies sei in den Jahren um 660 / 650 v. Chr. geschehen, also in der früharchaischen Zeit, in der sich die archaische Gesellschaft in den Poleis, den Stadtstaaten, allmählich formiert hatte. Die Gründe, die zu dieser Entwicklung geführt haben, sind vielfältig und liegen sowohl im historischen, politischen als auch kulturellen Umfeld der griechischen Stadtstaaten und ihrer Beziehungen nach außen. Sicherlich spielte dabei der Kontakt zu Ägypten eine nicht unerhebliche Rolle. Der griechische Geschichtsschreiber, Geograph und Völkerkundler Herodot (um 490 / 480 v. Chr. - um 424 v. Chr.) schreibt, „dass es Ionier und Karer waren, die unter dem Pharao Psammetich (etwa 660-609) als »erste Menschen fremder Zunge in Ägypten angesiedelt wurden«“. Außerdem wissen wir aus den Quellen, dass Milet um 650 v. Chr. eine „erste griechische Handelskolonie in Naukratis an einem westlichen Flussarm im Nildelta“ gründete. Infolge dieser und anderer Kontakte hatte sich die Kunst des antiken Griechenland verändert, Impulse von außen aufgenommen und diese in eine eigene Formensprache umgesetzt. Insbesondere lässt dies die Skulptur der alten Griechen erkennen, deren Hauptwesensmerkmal mit den Worten des Archäologen Werner Fuchs darin besteht, „dass sie ganz und gar auf den Menschen ausgerichtet ist, dass in ihr der Mensch nicht bloß in griechischem Gewande, sondern zugleich als Mensch an sich erscheint und dargestellt wird. Griechische Kunst ist die erste wahrhaft große menschliche Kunst, nicht Kunst für die Ewigkeit wie in Ägypten oder im alten Orient, sondern Kunst für den Menschen im Hier und Jetzt, in seinem Dasein“¹. Natürlich spielte in diesem Entwicklungsprozess Kreta mit seiner sog. „Daidalischen“ Epoche der Jahre um 660-620 v. Chr. eine Rolle. Wichtig dabei waren sicherlich auch die für uns heute im Wesentlichen verlorenen Holzskulpturen, die sog. Xoana, von denen wir eine Vorstellung beispielsweise durch die erhaltene Holzstatuette aus dem Heraion von Samos, heute im Museum von Samos, gewinnen. Die kurz nach 650 v. Chr. zu datierende Holzstatuette, die eine Höhe von 28,7 cm hat, trägt einen „hohen, mit Bildern verzierten Polos“ und einen „langen, in der Hüfte gegürteten Peplos, den große Borten zierten“ (W. Fuchs), außerdem ein langes Schleiertuch über den Schultern und ist so eindeutig als Hera charakterisiert. Diese und weitere erhaltene Holzskulpturen zeigen, wie wir uns diese Holzkunst vorzustellen haben. Für uns stehen jedoch im Mittelpunkt der Entwicklung zur Großplastik Griechenlands in erster Linie Kouros und Kore, die Figur des nackten Jünglings, nach den Worten von Werner Fuchs „der neue Leittypus der früharchaischen Seinsform“, und die mit kostbaren Gewändern bekleidete und bunt bemalte junge Dame, nach Wolfgang Hautumm „beides Archetypen, Wahrzeichen der Archaik“². Dabei prägten Kouros und Kore über 150 Jahre lang das Bild der griechischen Skulptur und hatten unterschiedliche Funktionen als Götterbild in einem offenen Heiligtum ebenso wie als Grabstatue oder als Weihgeschenk.

Schwieriger hingegen ist die Frage, welche Rolle die einzelnen Kunstlandschaften Griechenlands vom griechischen Festland bis zu den Inseln in diesem Entwicklungsprozess spielten, schwierig auch deshalb, weil wir noch nicht auf Künstlersignaturen in dieser Frühzeit zurückgreifen und Künstlerpersönlichkeiten festmachen können, sondern andere Beurteilungskriterien entwickeln müssen. Angesichts dieser Fragestellung rückt natürlich sofort die Tatsache ins Blickfeld der Überlegungen, dass gerade die Kykladeninseln Naxos und Paros über ein reiches Marmorvorkommen verfügten und immer noch verfügen. Deren Marmor wurde in der Antike in verschiedenen Marmorbrüchen gewonnen und anschließend überall im Mittelmeerraum vermarktet. Daher ist es vernünftig anzunehmen, dass sich schon früh z. B. auf der Insel Naxos Bildhauerwerkstätten angesiedelt hatten. Deren Meister verfügten über reiche bildhauerische Erfahrungen im Umgang mit Marmor, sodass diese Insel wie andere Inseln der Kykladen auch bei der Entstehung der griechischen Großplastik führend beteiligt war.

Bei der wissenschaftlichen Bearbeitung dieses Themenkomplexes kommt uns jedoch ein Zufall zu Hilfe, nämlich der Fund von einigen noch unfertigen großplastischen Marmorfiguren der archaischen Zeit in den Marmorbrüchen von Naxos, die während des Abtransports auf dem Weg zum Hafen gebrochen waren und deswegen an Ort und Stelle verblieben. Diese unvollendeten Werke sind in der Tat bei der Behandlung der skizzierten Problematik von Nutzen, weil sie zum einen anzeigen, dass Bildhauer bereits vor Ort tätig waren, bevor die Skulpturen den Marmorbruch verließen, zum anderen, weil sie großplastische Skulpturen in ihrem nur grob bearbeiteten Rohzustand überliefern und somit zahlreiche Merkmale darlegen, die dann bei fertiggestellten Werken in vollendeter Form erscheinen. Dazu gehören u. a. die nur in Umrissen angedeutete Gesichtsgestaltung, die meist grob skizzierte Körperbildung und -haltung, deren Feinausarbeitungen erst in Werkstätten am Ort der Aufstellung von der jeweiligen Bildhauerwerkstatt vorgenommen wurde. Dennoch präsentieren diese unvollendeten Figuren bereits in groben Umrissen einen eigenen Figurenstil, der eine kunstlandschaftliche Zuordnung ermöglicht. Wir können mit dem Archäologen Wolfgang Hautumm³ feststellen, dass „die frühesten Bildhauerarbeiten (…) noch deutlich den Block erahnen (lassen), aus dem sie gearbeitet wurden“.

Die erste Figur, die in diesem Kontext zu erwähnen ist, ist der in einem Garten unter Bäumen liegende Kouros von Phlerio. Er liegt an einem stillen Ort abseits der Touristen- und Verkehrsströme in der Inselmitte von Naxos, gut 10 km vom Meer entfernt. Der relativ gut erhaltene Kouros, dessen linker Fuß verloren und dessen rechtes Bein gebrochen ist, hätte wohl eine Höhe von etwas mehr als 6 m erreicht und besitzt eine Schulterbreite von 1,35 m. Auffallend an ihm ist, dass seine Beine bereits getrennt, die am Körper anliegenden Arme dagegen noch durch Stege mit dem Kouroskörper verbunden sind. Insgesamt fällt auf, dass schon ziemlich viele Einzelheiten an dieser Figur ausgearbeitet sind, sodass wir heute keine große Mühe haben, diesen Kouros aufgrund seiner Haaransätze und der im Groben bereits erkennbaren Gesichtszüge sowie vieler anderer Details, wie beispielsweise der noch durch Stege mit dem Körper verbundenen Arme, zumindest grob ins 6. Jh. v. Chr. zu datieren. Diese Figur belegt eindeutig, dass die Bildhauer zumindest teilweise ihre Figuren recht weit ausarbeiteten, bevor diese dann auf den Transport gebracht wurden. Dies setzt jedoch voraus, dass derartige Bildhauerwerkstätten auf Naxos ansässig waren. Zu Recht ist Wolfgang Hautumm der Meinung, dass „es (…) den damaligen Steinmetzen und Handwerkern keine sonderlichen Schwierigkeiten bereitet haben (kann), die roh ausgearbeiteten Figuren vom Felsengrund abzusprengen, bis zur Küste zu transportieren und auf ein Schiff zu verladen“. Allein die Einrichtung dieses antiken Steinbruchs in der Inselmitte lässt dies vermuten.

Etwas von Phlerio entfernt liegt ungeschützt auf einem Feld der Kouros von Pharangi, dessen Gesicht abgeschlagen und dessen Beine unterhalb des Knies weggebrochen sind. Auch diese Skulptur, die wie der eben genannte Kouros von Phlerio nicht mehr im Steinbruch, sondern im freien Gelände liegt, wurde auf ihrem Transport zerbrochen und deswegen liegen gelassen. Immerhin beträgt die erhaltene Länge des Kouros 3,05 m, seine Schulterbreite liegt bei 1,45 m. Er dürfte gleichfalls der archaischen Zeit angehören.

Die wichtigste dieser Kourosfiguren ist allerdings die Kolossalfigur von Apollonas direkt über einer Hafenbucht an der Nordostspitze der Insel Naxos gelegen. Sie ist deshalb für die archäologische Forschung besonders interessant, weil dieser Kouros noch in einem „der ältesten Steinbrüche Griechenlands“ liegt und außerdem die übrigen Figuren bei Weitem an Höhe übertrifft. Dessen Länge liegt bei 10,45 m, die Breite der Brust beträgt immerhin 1,70 m, die der Schultern sogar 2,55. Das Gewicht dieses Kolossalwerkes liegt nach Berechnungen bei „um die 80 Tonnen“. Also ein markanter archaischer Koloss, bei dem sofort die Schmalheit seines Körpers und der Bartansatz ins Auge fallen. Bemerkenswert ist außerdem, dass die Figur noch nicht vom Untergrund gelöst und „nur im Groben ausgearbeitet ist“. Lediglich ein enger Umgang trennt die kolossale Figur „von der umgebenden Felsmasse“. Zwar sind Kopf und Körper grob ausgearbeitet, dennoch können wir bei genauer Beobachtung einige wichtige Einzelheiten an der Figur ablesen, die für eine Interpretation der Statue wichtig sind, die viele Archäologen lange Zeit für einen Apollon hielten. Die Deutung der Figur als Apollon geht dabei auf den deutschen Archäologen und Philologen Ludwig Ross 1806-1859) zurück, der die Figur 1840 so bezeichnete, „obwohl bekannt war, dass der Ortsname Apollonas von einer Inschrift im nahegelegenen Heiligtum stammte“. Diese Deutung kann aber allein wegen des Bartansatzes und der Bekleidung der Figur nicht zutreffen, weswegen wir vielmehr in dieser Kolossalfigur einen Dionysos erkennen, wie schon der Archäologe Wilhelm von Massow (1891-1949) im Jahre 1932 vorgeschlagen hatte. Hinzu kommt bei genauerer Analyse, dass es sich bei der Figur wohl um einen „älteren Mann“ handelt, der „den rechten Arm abgewinkelt nach vorn strecken sollte“, was gleichfalls eher für einen Dionysos, aber gegen einen Apollon sprechen würde. Die hier vorgestellten unvollendeten Werke auf Naxos lassen sofort die Erkenntnis heranreifen, dass es auf der Insel Naxos wichtige Bildhauerwerkstätten gegeben haben muss, in denen derartige Meisterwerke geschaffen wurden. Allein das reiche Marmorvorkommen, vor allem aber die hohe Qualität der naxischen Marmorarbeiten, die Beliebtheit dieses Materials in der Antike und die Auffindung dieser unvollendeten Figuren in einem der Marmorbrüche der Insel oder in dessen Nähe sprechen außerdem für die Annahme von bedeutenden Bildhauerwerkstätten auf dieser Kykladeninsel. Darüber hinaus ist diese Annahme von derartigen Bildhauerwerkstätten auf Naxos auch deswegen berechtigt, weil auf der Insel selbst gleich mehrere Bauwerke in Form von Tempeln und anderen Kultbauten inzwischen nachgewiesen sind, deren bauplastische Elemente gleichfalls eine hohe Qualität aufweisen, sodass es also bei deren Errichtung eine enge Kooperation zwischen Architekten, Bauhütten und Bildhauern gegeben haben muss.

Angesichts der unvollendeten großplastischen Skulpturen aus Marmor auf der Insel Naxos ist es sinnvoll, an dieser Stelle einen etwas genaueren Blick auf die Entwicklung der griechischen Großplastik zu werfen. Deren Beginn datieren wir, wie bereits gesagt, allgemein in die Jahre um 660 / 650 v. Chr., also in jene Epoche, die wir die archaische Epoche nennen. In dem Terminus „archaische Epoche“ verbirgt sich das griechische Wort „Αρχή“, was übersetzt „der Anfang“ bedeutet. Somit bezeichnet diese Stilrichtung eine wichtige Epoche der griechischen Kunst, deren Entwicklung, wie Wolfgang Hautumm richtig formuliert, „in das Zeitalter der griechischen Klassik mündet“. In einer langen Kette von großplastischen Werken, die wir mit größter Wahrscheinlichkeit mit Naxos verbinden können, nimmt die Statue der Nikandre einen wichtigen Platz ein und gehört zeitlich in die Nähe der schon erwähnten Holzstatuette aus Samos. Die heute im Athener Nationalmuseum befindliche Frauenstatue ist aus Marmor, stammt von der Insel Delos und war eine Stiftung der aus Naxos stammenden Nikandre. Nach Aussage der Weihinschrift, die zu den ältesten griechischen Weihinschriften zu rechnen ist, wurde das Werk der Göttin Artemis gestiftet. Die Statue hat eine Höhe von 1,75 m und ist mit einem langen, in der Hüfte gegürteten Peplos bekleidet. Ihre Arme liegen eng am Körper an. Die Figur trägt eine Frisur aus langen Haarlocken, die beidseitig auf die Schultern herabfallen und so das relativ kleine, dreieckig geformte Gesicht umschließen. Auffallend ist der relativ hohe und bei dieser Figur sehr kräftig ausgebildete Hals, auffallend auch der sehr flache, fast brettartig gestaltete Aufbau der Figur, der noch stark an die Brettidole der Frühzeit erinnert und wenig Raum für Plastizität freigibt. Des Weiteren zeigt die Figur einen „festgeschlossenen Umriss“, wie es der Archäologieprofessor Werner Fuchs in seinem Werk über die „Skulptur der Griechen“ formuliert und dieses Phänomen zu Recht mit dem geometrischen Erbe des 8. Jhs. v. Chr. verbindet, „dessen Eigenschaften sich der ganzen späten Entwicklung als Wesenszüge mitgeteilt haben“. Der noch sehr geschlossene, blockhaft und flache Aufbau der Figur und das heute leider sehr bestoßene Gesicht, dessen Augen, Haar und Lippen einst bemalt waren, machen eine Datierung der Skulptur in die Jahre um 660 v. Chr. sehr wahrscheinlich. Die Weihinschrift ist ziemlich einfach gehalten und lautet: «Nikandre hat mich der Ferntrefferin, der Schützin der Pfeile geweiht, die Tochter des Deinodikos, des Naxiers, hervorragend unter den Frauen, Schwester des Deinomenes, Frau des Phraxos«. Aus ihr geht allerdings nicht eindeutig hervor, ob es sich bei dieser Frauenfigur um die Darstellung der Nikandre selbst oder um jene der Göttin Artemis handelt, wobei auffällt, dass der Figur keinerlei Attribute beigegeben wurden, die eine genauere Deutung erleichtert hätten. Da die Weihinschrift außer dem Namen der Stifterin auch die Namen ihres Vaters, Bruders und Gatten nennt, können wir mit einiger Berechtigung annehmen, dass Nikandre aus einer bekannten und angesehenen Familie der Insel Naxos stammte. Daher äußerten sogar einige Forscher die Vermutung, bei dem in der Weihinschrift genannten Deinomenes könne es sich um einen Tyrannen dieser Kykladeninsel gehandelt haben. Diese These ist jedoch nicht ausreichend gesichert, weil wir ansonsten keinerlei Quellen über diesen Deinomenes besitzen, und muss deshalb im Bereich des Spekulativen verbleiben. All dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Weihung einer derartig kostbaren Statue durch eine Frau in dieser Frühzeit in Griechenland schon recht außergewöhnlich war. Mit Werner Ekschmitt können wir feststellen, dass „die Artemisstatue der Nikandre (…) nicht nur die älteste griechische Großplastik, die wir besitzen, sondern auch eine der besterhaltenen (ist)“.

Wir können des Weiteren bemerken, dass wir großplastische Werke der archaischen Zeit, die wir mit Naxos in Verbindung bringen müssen, nicht nur auf Naxos selbst, sondern auch auf anderen ägäischen Inseln vorfinden. Material und Form sind archäologische Kriterien, die auf Naxos hinweisen können. Das ist beispielsweise bei einer Frauenfigur der Fall, die sich mit der Nikandre vergleichen lässt und bereits Ende des 19. Jhs. auf Santorin entdeckt wurde. Sie wurde „bis 1953 in einem privaten Weinkeller“ aufbewahrt, bevor sie neben anderen Skulpturen von Santorin ins Archäologische Museum von Fira kam. Leider ist diese Figur nur fragmentarisch erhalten, nur Oberkörper und Kopf sind überliefert, das Gesicht jedoch stark zerstört. Der gesamte untere Bereich der Figur abwärts der Taille dagegen ist verloren. Die erhaltene Höhe dieses Torsos beträgt 80 cm, woraus man auf eine einstige Höhe der Statue von gut 2 m schließen kann. Damit gehört dieser Torso gleichfalls zu einer großplastischen Figur der archaischen Zeit. Auffallend ist der gleichfalls flache Aufbau des Oberkörpers, bemerkenswert ist überdies die Gestaltung der Frisur, deren Haarformung und Verteilung wie bei der Nikandre gestaltet ist und wie bei dieser Figur die gesamte hintere Partie einnimmt und „in ungebrochener Linie direkt in die leichte Krümmung des Rückens übergeht“ (W. Ekschmitt). Eine Datierung dieses Torsos in die Jahre um 630 v. Chr. ist im Vergleich mit anderen Werken durchaus denkbar. Viele Einzelheiten, wie die Gestaltung der Frisur, der flache blockhafte Aufbau des Oberkörpers, die leichte Krümmung des Rückens und vieles mehr sprechen in der Tat für die Vermutung, dass diese Statue in der Bildhauerwerkstatt der Nikandre entstanden ist. Gegen eine Bildhauerwerkstatt von Santorin spricht allein das Faktum, dass die Insel über keinen eigenen Marmor verfügt, sodass es kaum wahrscheinlich ist, hier auf Santorin in dieser Frühzeit derartig qualitätvolle Werkstätten anzunehmen. Außerdem können wir diese These noch dadurch untermauern, dass in der Reihe der auf Santorin gefundenen Marmorfiguren neben dem qualitätvollen Torso die Kourosfiguren A und B im Museum von Fira und der berühmte Apollon von Thera im Athener Nationalmuseum eingereiht werden können und so ein beachtliches Oeuvre von Marmorwerken der archaischen Zeit ergeben. Das wichtigste Werk dieser Gruppe von naxischen Skulpturen auf Santorin ist zweifelsohne der im Athener Nationalmuseum befindliche Apollon von Thera, die qualitätvollste Arbeit dieser Gruppe. Der sog. Apollon von Thera ist in einem guten Erhaltungszustand, zwar an den Knien abgebrochen, dafür aber mit Kopf erhalten. Der Kouros ist ein kleines Meisterwerk früharchaischer Bildhauerkunst der Kykladen. Sein straff gebildeter und schon ein wenig athletisch wirkender Oberkörper mit den hängenden Schultern und den mächtigen Oberschenkeln wird von dem bartlosen Kopf bekrönt. Er zeigt zwar das archaische Idealbild, daneben auch einige Besonderheiten, die wir mit der Landschaft, in welcher der Kouros geschaffen wurde, durchaus verbinden können. Der relativ schmale und kompakte Kopf wird von einer Etagenperücke umrahmt, deren volutenartig zusammengerollte, sehr flach gehaltene Locken vorn die hohe Stirn umrahmen und hinten lang in den Nacken herabfallen. Auffallend sind auch die leicht schräg gestellten Augen, deren Augäpfel etwas hervortreten und die von hochgezogenen Brauen überspannt sind. Die geradlinige, leicht schräg geführte Nase ist kräftig gebildet und dominiert das ansonsten von großflächigen Wangen dominierte Antlitz. Der leicht geöffnete Mund deutet ganz zart das berühmte „archaische Lächeln“ an und nimmt dem gesamten Antlitz so „alles Strenge und Drohende“ (W. Ekschmitt). Dies alles belegt die hohe Qualität dieses archaischen Kouros, der zwar noch viele orientalische Einflüsse im Aufbau von Gesicht und Körper offenbart, diese Impulse aber schon deutlich in eine eigene Formensprache übersetzte und somit ein wichtiges Werk in der Entwicklung der griechischen Skulptur ist. Zwar ist dessen Herkunft schwer zu bestimmen, zweifelsohne aber muss der Kouros vor allem wegen seines Körperaufbaues und seiner Antlitzgestaltung den Kykladen im Allgemeinen und wegen des Marmors der Insel Naxos im Besonderen zugerechnet werden. Vor allem der naxische Marmor aus Tragéa spricht für die Annahme, dass die Statue auf der Insel Naxos gearbeitet wurde und dann nach Santorin gelangte. Wer der Meister dieser früharchaischen Marmorarbeit ist, können wir derzeit nicht sagen, dafür jedoch bemerken, dass dieses Werk unsere Kenntnis archaischer Kunst Griechenlands erheblich erweitert.

Zwei weitere, im Museum von Fira ausgestellte, stark fragmentierte Kourosfiguren, der sog. Kouros A und Kouros B, müssen in diesem Zusammenhang gleichfalls genannt werden. Auch sie gehören in den Umkreis der Nikandre, sind jedoch wegen ihres schlechten Erhaltungszustandes weniger aussagekräftig.

Ein weiteres Meisterwerk aus der Mitte des 6. Jhs. v. Chr. ist der naxische Kouros in Berlin, den Werner Ekschmitt „ein Meisterwerk von großer Eindringlichkeit, mit einer Linienführung von überzeugender Eleganz und Schönheit“ genannt hat. Eine Beschreibung, der man zustimmen kann und die genau die Qualität dieser Arbeit definiert. Die Figur ist kopflos überliefert, lediglich der Ansatz einer Frisur ist im Rücken erhalten und lässt eine feinlockige Langhaarfrisur erkennen. Die Figur zeigt zwar einen schmalen, dafür aber plastisch formulierten Körperaufbau und eine besonders feine Zeichnung des Oberkörpers, dessen Vorderansicht ein klares hocharchaisches Menschenbild zum Vorschein bringt, das „den in sich geschlossenen Kosmos der archaischen Zeit“ (Werner Fuchs) deutlich präsentiert. Besonders fein ist die Figurenzeichnung gerade im Bereich des Oberkörpers, wo eine leichte Wölbung eine enorme Spannung in dieses Menschenbild bringt, das schon auf dem Weg zu einer immer stärker werdenden naturalistischen Körpersprache ist, obwohl es noch stark in der malerischen Form der Körpergestaltung verhaftet ist. Im Vordergrund steht der Versuch des Bildhauers, der ein Meister seines Faches war, den menschlichen Körper in seinen Details ziemlich naturgetreu wiederzugeben und „die Schönheit des menschlichen Körpers voll zum Ausdruck“ (Werner Ekschmitt) zu bringen. Da nach Meinung des Archäologen Werner Fuchs „archaische Kouroi (…) fester auf dem Boden der Erde (stehen) als der Speerträger oder der Diadumenos des Polyklet, die ganz in sich gesammelt und dabei zugleich ruhig in sich bewegt sind“, vermittelt dieser Kouros gekonnt dieses Gestaltungsprinzip, welches trotz des hohen Zerstörungsgrades immer noch im Aufbau der Figur deutlich zutage tritt. Besonders die feine und genaue Linienzeichnung lässt dies deutlich werden und zeigt dadurch die Qualität dieser Arbeit an. Die Konzentration des Bildhauers auf das Wesentliche im Körperaufbau der Figur lässt noch im Fragment sein überzeugendes bildhauerisches Talent erspüren, dessen Gestaltungsprinzipien mit denen anderer naxischer Bildwerke übereinstimmen und daher als Wesensmerkmale naxischer Bildhauerkunst der archaischen Zeit betrachtet werden dürfen. Auf diese Weise entstand eine Fläche, deren gestalterische Prinzipien „von Flächen und Linien (…), nicht von Gerüst und Aufbau“ bestimmt sind. Daher drängen die Formen und Flächen der Figur viel stärker „von innen nach außen“ als dies noch in der früharchaischen Zeit der Fall war. Dies sind wichtige Kriterien, die bei einer genauen Analyse dieser großplastischen Werke der archaischen Zeit berücksichtigt werden müssen und bei einer kunstlandschaftlichen Zuweisung einzelner Bildwerke an die Insel Naxos von Bedeutung sind. An dieser Stelle kann der Verfasser dieser Zeilen der griechischen Archäologin Photeini Zapheiropoulou¹⁰ nur zustimmen, wenn sie schreibt: „Die naxische Plastik wirkt im Vergleich mit anderen, aus derselben Zeit stammenden griechischen Kunstwerken streng, ja abstrakt mit den eckigen Umrissen oft ungelenker Figuren. Im Gesamt der ionischen Kunst drückt die naxische Praxis in ihrer Schlichtheit eine Haltung aus, die dem dorischen Geist des griechischen Mutterlandes gemäß ist. Sie spiegelt aber auch gewisse Entwicklungen innerhalb einer agrarischen Gesellschaft.“ Photeini Zapheiropoulou fährt dann fort: „Der gleichen »ganz unionischen Schlichtheit, dem herben Umriss, dem pfeilerhaften Wuchs und der sparsamen Modellierung« (Langlotz) begegnen wir vor den Grabstelen der naxischen Schule bis in die Mitte des 5. vorchristlichen Jahrhundert. Ein Beispiel dafür ist die Stele des Alxenor aus Böotien im Athener Nationalmuseum. Die Reichweite naxischer Kunst beweisen Grabstelen am Schwarzen Meer.“ Diese wenigen Sätze umreißen wichtige Stilmerkmale der naxischen Bildhauerkunst, ohne einen vollständigen Überblick über die in diese Reihe gehörenden Werke liefern zu wollen.

Da die Insel Naxos bis in die 1. H. des 6. Jhs. v. Chr. die Vorherrschaft über Delos, „dem Kultzentrum des ionischen Stammes“, innehatte, verwundert es nicht, dass großplastische Werke aus naxischem Marmor auf die Apolloninsel gelangten. Die berühmte Nikandre im Athener Nationalmuseum haben wir schon erwähnt. Sie steht am Beginn einer bedeutenden großplastischen Entwicklung, die auch mit der Kykladeninsel Naxos und deren Bildhauerwerkstätten in Verbindung zu bringen ist. Der Koloss der Naxier auf Delos¹¹ sei noch genannt, eine „in mehrere Teile“ zerbrochene Kolossalskulptur, deren Kopf und Oberschenkel verloren sind, deren erhaltenes Oberteil vom Hals bis zur Taille eine Höhe von 2,20 m und deren entdeckter Torso von der Taille zu den Oberschenkeln immerhin eine Höhe von 1,20 m aufweist, somit das gesamte Weihgeschenk ursprünglich sogar „vierfache Lebensgröße“ erreichte und mit gut 9 m Höhe als monumental bezeichnet werden kann. Sein linker Fuß übrigens gelangte 1819 nach London und befindet sich heute im Britischen Museum. Er ist 57 cm lang, die große Zehe allein 35 cm lang, seine Breite beträgt immerhin 60 cm. Außerdem ist eine entdeckte linke Marmorhand durchbohrt, „um darin einen Bogen aufzunehmen“, wie einige Forscher, Gottfried Gruben und andere, glauben. Interessant ist außerdem, dass „am oberen Rand des Unterkörpers“ Stiftlöcher auf die Anbringung eines „Bronzegürtels mit einer Breite von 20 bis 30 cm“ hinweisen könnten. Auch sind am Nacken des Torsos Spuren von Locken zu erkennen. Entstanden ist dieser Koloss, über den Gottfried Gruben einen interessanten Aufsatz veröffentlichte, zwischen 600 und 580 v. Chr. Der Koloss gehört damit, wie der Archäologe Wolfram Martini formuliert, zu den „Capolavori der archaischen Großplastik“, also zu den „Meisterwerken“ dieser Gattung, und ist in unsere Reihe großplastischer, von Bildhauern auf Naxos gearbeiteten Werke ohne Weiteres einzureihen. Ohne auf weitere Details, mögliche Ergänzungen des Naxier-Kolosses sowie bronzene Hinzufügungen bei der Statue und auf die Diskussion um eine mögliche Ergänzung der Monumentalstatue einzugehen, sei gesagt, dass sich die im Ausgrabungsgelände von Delos erhaltene Basis „wenigstens noch ungefähr den Ort der ursprünglichen Aufstellung an(gibt), an der Nordwand des Naxier-Oikos“. Allein die Basis der Statue misst 3,48 x 5,08 m und hat eine Höhe von 70 cm. Maße, die allein deshalb erstaunen, weil es wieder einmal zeigt, dass die archaischen Griechen zwar „die Idee der kolossalen Standbilder von den Ägyptern übernahmen“, aber durchaus in ihre eigene Formensprache zu übertragen verstanden, wie die erhaltenen Teile der Statue belegen. Auch ist klar, dass „Basis und Standbild (…) nicht nur beide aus naxischem Marmor, sondern sogar aus demselben Block gearbeitet (sind), wie die Inschrift der Basis mit ungeschicktem iambischem Trimeter stolz verkündet: Aus demselben Stein bin ich: Statue und Basis“ (Ekschmitt), wobei „die eigentliche Weihinschrift (...) verloren (ist)“. Wir dürfen uns nämlich durch die zweite Inschrift auf der Gegenseite der Basis nicht täuschen lassen, die da lautet: »Die Naxier (haben) dem Apollon (diese Statue geweiht)«, wie Werner Ekschmitt vermutet, denn sie datiert erst ins 4. Jh. v. Chr. und wurde höchstwahrscheinlich anlässlich der Wiederaufrichtung des „bei einem Sturm“ umgestürzten Kolosses angebracht. Interessant ist indes die Tatsache, dass allein das Volumen der Basis 12,50 Kubikmeter beträgt und ein Gewicht von 75 Tonnen hat, was sofort zur Frage führt, wie das Transportproblem zu Land und zu Wasser vom Marmorbruch bei Melanes auf Naxos bis zur endgültigen Aufstellung in der Nähe des Naxier-Oikos auf Delos gelöst worden ist. Eine nicht zu unterschätzende Leistung der archaischen Antike, die durch Transportschiffe, „die mehr als 40 Tonnen transportieren konnten“, bewerkstelligt wurde. Wie das im Einzelnen vonstattenging, kann hier nicht ausgeführt werden, es muss lediglich darauf hingewiesen werden, dass zumindest zum Aufbau der Skulptur vor Ort auf Delos ein gewaltiges Gerüst aufgebaut werden musste, um den Koloss „mit Flaschenzügen und Winden senkrecht aufzustellen“. Ein imposantes Werk der Naxier fürwahr, dessen Deutung, mögliche Zusammensetzung, Ergänzungen und Ausstattung hier nicht diskutiert werden, ebenso wenig die Frage, ob es sich bei der Statue um einen Apollon handeln kann. Wir dürfen gespannt sein auf den im Jahrbuch des Deutschen Archäologischen Instituts 2018 angekündigten Aufsatz des Archäologen Wolfram Martini zu diesem Thema!

Zum Schluss fassen wir zusammen und stellen fest, dass die Insel Naxos nicht nur über wichtige Marmorbrüche verfügt, sondern in der archaischen Epoche des 7. / 6. Jhs. v. Chr. offenbar auch bedeutende Bildhauerwerkstätten hatte, wie allein die unvollendeten Werke auf der Insel beweisen. Es gilt, den Stil dieser Bildhauer, ihren Figurenaufbau und ihre Wesensmerkmale herauszuarbeiten, um sie so besser fassen und Figurengruppen zusammenstellen zu können.

Anmerkungen

1 W. Fuchs, Die Skulptur der Griechen, München 1969, 5.
2 W. Hautumm, Die griechische Skulptur, Köln 1987, 35.
3 W. Hautumm, a. O., 39.
4 W. Ekschmitt, Unvollendete Kouroi in den Marmorbrüchen von Naxos, in: Ders., Die Kykladen. Bronzezeit, Geometrische und Archaische Zeit, Mainz 1993, 201 f. Taf. 68.  W. Hautumm, a. O., 40 Abb. 16. https://de.wikipedia.org/wiki/Kouros_von_Flerio.
5 W. Ekschmitt, a. O., 202.
6 W. Hautumm, a. O., 39 Abb. 15.  W. Ekschmitt, a. O., 202 Taf. 69.  W. Ekschmitt, a. O., 202 Taf. 69. https://de.wikipedia.org/wiki/Kouros_von_Apollonas.
7 Frauenstatue der Nikandre. Athen, NM 1. Gefunden 1878 auf Delos. Weibliche Frauenstatue, gestiftet von der Naxierin Nikandre der Göttin Artemis. W. Fuchs, a. O., 154 ff. Abb. 151. W. Ekschmitt, a. O., 193 f. Taf. 56 https://de.wikipedia.org/wiki/Statue_der_Nikandre.
8 Sog. Apollon von Thera: Athen, NM. Höhe: 1,24 m. Gefunden in der Nähe der Gräber von Exomyti. Von Ludwig Ross 1835 für das Nationalmuseum erworben. W. Ekschmitt, a. O., 196 ff. Abb. 91 f.
9 Naxischer Kouros in Berlin Nr. 1555. Um 550 v. Chr. Erh. H.: 1,12 m.  1875 auf Naxos gefunden. W. Ekschmitt, a. O., 203 Taf. 57 f.
10 Ph. Zapheiropoulou, Naxos, in:  E. Melas (Hrsg.), Die griechischen Inseln. Ein Reisebegleiter zu den Inseln des Lichts. Kultur und Geschichte, Köln 1994¹², 139 ff., bes. 143.
11 W. Ekschmitt, a. O., 199 ff. Taf. 70.  G. Gruben, JdI 112, 1997, 267 ff.  P. C. Bol, Die Geschichte der antiken Bildhauerkunst I. Die frühgriechische Plastik, 2002, 171 ff.  L. Giuliani, Der Koloss der Naxier, in: ders. (Hrsg.), Meisterwerke der antiken Kunst, München 2005, 12-27. (Rez.: http://www.sehepunkte.de/2006/5/9286.html Nadia Koch). http://www.uni-giessen.de/fbz/fb04/institute/altertum/klassarch. (Wolfram Martini). Https://de.wikipedia.org/wiki/Koloss_der_Naxier

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