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ORRAON - Ein Beispiel der kleinen klassischen „Polis“

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2017-04-30 2017-04-30 30.04.2017 443 × gelesen

Die archäologische Stätte von Orraon befindet sich in Nordwest-Griechenland zwischen Arta und Prevesa, und aus unerklärlichen Gründen gehörte sie nicht zu den wichtigsten antiken Städten Griechenlands. Dennoch ist sie wegen ihrer Ruinen als ein typisches Beispiel einer kleinen spätklassischen „Polis“ bekannt.

Sie gehörte dem Molossia-Königtum in der geographischen Region von Epirus und wurde ca. 350 v.Chr. von König Alketas gegründet. Sie entwickelte sich hauptsächlich als eine Siedlung mit wichtiger geopolitischer, und deswegen auch militärischer Rolle. Die ca. 750 m lange Mauer am Gipfel „Kastri“ setzt die Grenzen einer 55 Hektar großen Burg-Stadt mit engen Straßen, mangelnden öffentlichen Orten, Wasserzisternen und einer Anzahl von Türmen zur Überwachung der Region und des Handelsweges des Epirus-Inlands in den Ambrakischen Golf. Die Stadt wurde 168 v.Chr. von den Römern zerstört und wieder aufgebaut, bis ihre Einwohner nach der Seeschlacht bei Actium (31 v.Chr.) in die nahe gelegene Stadt Nikopolis umsiedelten.

Orraon ist unter Archäologen für den einzigartigen Erhalt der ungefähr 100 Häuser bekannt. Sie repräsentieren ein klassisches Beispiel eines Baustils für den ganzen hellenischen Raum. Es handelt sich um großräumige Privathäuser mit einer Fläche von ca. 270 qm, die aus den lokalen Hartkalksteinbrüchen gebaut wurden. Eines dieser Bauten, das zweistöckige sogenannte „Haus 1“ ist in einem bemerkenswerten Erhaltungszustand, obwohl der hölzerne Boden und das Tonziegeldach nicht mehr existieren, sind die Wände in Originalgröße erhalten, die ein exaktes Bild der Architektur des Hauses ermöglichen. Es sollte als Zentrum des häuslichen und Wirtschaftslebens nicht nur zwei oder drei Generationen, sondern auch die Sklaven oder die Diener beherbergen.

Die ersten Ausgrabungen wurden von Ioulia Vokotopoulou, der damaligen Direktorin der 12. Abteilung für Prähistorische und Klassische Antike durchgeführt. 1975-1981 folgten die Untersuchungen der Ioannina-Universität (unter der Leitung von S. Dakaris in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut) des „Hauses 1“, des am besten erhaltenen Bauwerkes der Stätte. Die archäologische Stätte von Orraon ist für Besucher frei zugänglich.

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