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KOMNINA - Das makedonische Kuppelgrab von Komnina in Stavroupolis

  560 Wörter 2 Minuten
2017-01-08 2017-01-17 08.01.2017 560 × gelesen

An der Straße von Stavroupolis – Komnima in der Präfektur Xanthi (Thrakien) am Kilometer 3,7 führt ein 900 m langer asphaltierter Weg zu einer wenig bekannten aber sehr sehenswerten makedonischen Begräbnisstätte. Das makedonische Kammergrab von Stavroupolis ist das am besten erhaltene der bis heute gefundenen vier Ruhestätten dieser Art im ägäischen Thrakien. Es ist das größte und eindrucksvollste gebaute Grab in dieser Region.

Die Makedonischen Kammergräber bilden eine besondere Kategorie der antiken griechischen Grabanlagen. Die Bezeichnung des Makedonischen Kammergrabes rührt daher, dass dieser besondere Typus von Grabstätten in Makedonien und im weiteren nordgriechischen Raum, besonders in den Gebieten, in welchen sich die Makedonen niedergelassen haben, zu finden sind. Durch Zufallsfunde bei Straßenbauarbeiten sowie durch systematische Ausgrabungen wurden in den letzten Jahrzehnten über 70 Grabanlagen dieser Art entdeckt. Die ältesten der Gräber lassen sich auf das 4. Jh. v.Chr. bestimmen. Es handelt sich um große gebaute Grabstätten, welche von einem Erdhügel (Tumulus) überdeckt sind daher werden sie auch Kuppelgräber genannt.

Die makedonischen Begräbnisstätten sind unterirdische Bauten. Sie haben einen rechteckigen oder quadratischen Grundriss und sind meist mit einem Tonnengewölbe überdeckt, welches auch ihr besonderes Merkmal ist. Es gibt ein- oder zweiräumige Kammergräber. Die zweiräumigen Gräber haben außer der Hauptkammer noch eine Vorkammer mit einer meist bogenförmigen Decke. Zum Grab hinab führt entweder ein einfacher, abwärts geneigter Weg oder ein tonnenüberwölbter Weg. Bei manchen Grabanlagen ist nur die Baugrube, die eine Rampe bildet, der Weg zur Grabstätte. Der Eingang ist oftmals wie eine Hausfassade gestaltet. Die reicheren dieser Gräber haben eine tempelähnliche Fassadenfront und wirken teilweise mehrgeschossig. Die bedeutendsten makedonischen Kammergräber sind außen wie innen mit reichen Verzierungen geschmückt.

Das Kammergrab von Komnina wurde 200 – 150 v. Chr. aus bearbeiteten Marmorblöcken der Region errichtet und mit einer Erdaufschüttung bedeckt. Den Dorfbewohnern war das Vorhandensein des Kammergrabes seit langem bekannt, von Archäologen wurde es 1950 zum ersten Mal besucht. Nach einer Versuchsgrabung im Jahr 1951 begannen zwei Jahre später die eigentlichen Ausgrabungen unter dem Archäologen Charalampos Makaronas. Leider war die Grabstätte zum damaligen Zeitpunkt bereits ausgeplündert worden. Die einzigen Relikte, die gefunden wurden, sind zwei kleine goldene Ringe, eine goldene Perle von einem Armband und Fragmente von weiblichen Tonskulpturen.

Das Kuppelgrab von Stavroupolis besteht aus einem Gang (Dromos), einem Vorraum und der eigentlichen Grabkammer. Der Eingang des Grabes ist ein unscheinbarer Gang, der eine Länge von 4,65 m und eine Breite von 1,59 m hat. Sein halbzylindrisches Deckengewölbe ist weitestgehend erhalten. Der Vorraum hat eine Breite von 3,13 m und eine Länge von 2,12 m. Der Eingang zur Grabkammer wurde verschlossen mit zwei großen Türflügeln aus Marmor, welche mit kunstvollen Mustern verziert sind. Im Inneren der Grabkammer, welche dieselbe Breite wie der Vorraum und eine Länge von 3,15 m hat, befinden sich zwei Marmorklinen. Auf dem Fußboden sind halbkreisförmige Vertiefungen die das Öffnen und Schließen der schweren Marmortürflügen erleichtert haben.

Die zwei Ruhebetten sind in einem rechten Winkel angeordnet. Auf den jeweiligen Enden der Klinen liegen Doppelkissen aus Marmor. Die Füße der Ruhebetten sind reliefartig ausgearbeitet und mit Palmetten, Spiralen und anderen Motiven in enkaustischer Technik bemalt (Bei dieser Maltechnik werden die Pigmente durch reines Wachs gebunden und hart oder flüssig direkt auf den Marmor aufgetragen. Anschließend werden sie mit einem heißen Eisenspachtel oder Ähnlichem überarbeitet).

Der Besuch des Kammergrabes war zur Zeit nur möglich mit der Begleitung des Aufsehers der archäologischen Stätten von Stavroupolis, Herrn Stergios Kostelis (Tel.: 0030 25420 22040).